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Von Astrachan nach Wolgograd

Ein verlängertes Wochenende führte uns in den russischen Süden.

Astrachan, rund 1 400 km von Moskau entfernt, entstand wahrscheinlich im 13. Jahrhundert, als der Ort zum Reich der Goldenen Horde gehörte. Iwan IV. eroberte im 16. Jahrhundert die Stadt und danach wurde sie neu aufgebaut.

An der Wende zum 17. Jahrhundert wurde Astrachans steinerner Kreml errichtet. Seit dieser Zeit entwickelte sich die Stadt am Rande des weit verzweigten Wolgadeltas zum Tor Russlands in den Orient. Kaufleute aus Persien, Indien, Armenien und anderen Ländern ließen sich dort nieder und auch heute noch leben in der Stadt mehr als 150 Nationalitäten. Gehandelt wurde vor allem mit Rohseide, Salz und Fisch. Weiterlesen …

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MosKultInfo September 2017

Ismailowskij Park

Der Ismailowskij Park gehört zu den größten Parkanlagen Moskaus. Er ist von zwei Metrostationen aus gut zu erreichen – Partisanskaja und Ismailowskaja, am westlichen Rand befindet sich die Station des MZK Sokolinaja gora.

Im 17. Jahrhundert errichtete Zar Alexej Michailowitsch auf dem heutigen Territorium des Parks ein Anwesen, dessen Garten mit vielen zum Teil exotischen Pflanzen, Grotten, Labyrinthen und Teichen der Vorläufer der botanischen Gärten war. Nunmehr ist nur noch der Runde See übrig.

Den größeren, dichteren und wilderen Teil erreicht man von der Metrostation Ismailowskaja. In den kleinen Seen darf man nicht baden, einige Sportplätze laden zum Volleyballspielen ein. Es wird gegrillt und gefeiert. Auf den Crossstrecken sind Mountainbiker und Mopeds unterwegs.

Der westliche, gepflegtere Teil des Parks wartet seit der Rekonstruktion vor einigen Jahren mit vielen Angeboten für die ganze Familie auf. Auf dem großen See kann man Boot fahren, die Enten füttern oder sich am Ufer in die Sonne legen. Kinder sind wohl eher an den vielen Fahrgeschäften und dem Riesenrad interessiert. Zu den Sportangeboten gehören ein Reitparcour, Tennisplätze, eine Curlinganlage, Tischtennis, ein Skatepark und vieles mehr.
Im Winter wird eine Eisbahn angelegt, Loipen zum Skifahren werden gespurt.
Weitere Infos und der Lageplan unter http://www.izmailovsky-park.ru/.

Schuluniform

Am 1. September kann man sie wieder vor vielen Schulen sehen – Schüler und Schülerinnen in ihren Schuluniformen, Mädchen mit großen Schleifen in den Zöpfen, Jungs im Anzug.
Uniformen in den Schulen gibt es schon sehr lange. 1522 wurde erstmals in Europa in der englischen Christs Hospital Schule, in der hauptsächlich Waisenkinder aufgenommen wurden, eine Schuluniform eingeführt.
In Russland konnte eine erste Uniform 1834 nachgewiesen werden. Damals gab Nikolaj I. ein Dekret heraus, wie Ausgehuniformen auszusehen hätten. Das betraf auch die Kleidung für Gymnasiasten und Studenten. Die Uniform wurde überall getragen, in der Schule, auf der Straße, an Feiertagen. Sie wurde wie eine Auszeichnung betrachtet und hoben die Gymnasiasten von anderen Jugendlichen ab. Die Uniform sah wie Militärkleidung aus – Schirmmützen, Militärhemden und Mäntel, die sich nur in der Farbe, den Knöpfen und Emblems unterschieden. Weiterlesen …

Der russische Stil in der Architektur Moskaus

Der russische oder besser der neorussische Stil in der Architektur entstand im 19. Jahrhundert auf der Grundlage der Formen der byzantinischen Kunst und der Traditionen der altrussischen Baukunst.
Die Annahme des Christentums im 10. Jahrhundert stärkte die Verbindungen mit Byzanz
Die Fassade eines nach altrussischen Vorstellungen errichteten Gebäudes hatte keine klaren Strukturen, auffällig waren die reiche Verzierung, Schnitzereien, Vergoldungen, nationale Elemente, die Säulen, Simse und Reliefs schmückten. Dächer und Kuppeln strahlten in Gold, Silber oder grellen Farben.
Die Fassaden wurden mit traditionellen Steinschnitzereien und Mosaiken versehen. Die Baumeister griffen auch auf Elemente der Folklore zurück, überall in den dekorativen Ornamenten erahnt man Motive von Stickereien und Stoffmustern. Viele Verfechter dieses Stiles bekräftigen, dass die altrussische Baukunst im 17. Jahrhundert ihren Höhepunkt erreichte, allerdings störten die die petrinischen Umgestaltungen die Weiterentwicklung. Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts wurden die russischen Traditionen im Jugendstil weitergeführt. Weiterlesen …

Die Moskauer Spatzenberge

Die Spatzenberge befinden sich auf dem höchsten der sieben Hügel, auf denen Moskau steht und gehören mit einer Fläche von 137 Hektar zu den größten Moskauer Naherholungsgebieten. Gelegen am Ufer der Moskwa sind sie zudem sehr schön. 1987 wurde das Gebiet zum Naturdenkmal erklärt, 1998 zum Naturschutzgebiet. Seit 2013 gehört das Territorium zum Gorkipark und grenzt im Osten an die Nowoandrejewskij Eisenbahnbrücke über der Moskwa, im Süden und Westen an die ul. Kosygina und im Norden an das Flüsschen Setun. In der Mitte liegt die Luschnetzkij Brücke mit der Metrostation Worobjowy gory. Ganz in der Nähe ist noch die verlassene Kabinenbahn zu erkennen, die bis 1988 die Menschen von der Station bis zur Aussichtsplattform nach oben brachte.
Benannt wurde der Park nach dem ehemaligen dort befindlichen Dorf Worobjowo, das sich immer in Fürstenhand befunden hatte und wo mehrere Paläste gebaut wurden. Das Dorf wurde 1956 in Zusammenhang mit dem Neubau der Uni zerstört. Nur die kleine Dreifaltigkeitskirche an der Aussichtsplatt-form an der ul. Kosygina erinnert noch daran. Sie wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts im klassizistischen Stil errichtet. Auf Betreiben des Moskauer Gefängnisarztes Friedrich Joseph Haas wurde den Insassen des benachbarten Gefängnisses erlaubt, an den Gottesdiensten teilzunehmen. Sie wurde während der Sowjetzeit nicht geschlossen und konnte so ihre ursprüngliche schöne Einrichtung erhalten. Weiterlesen …

Ausflug in den russischen Norden

Ein verlängertes Wochenende führte uns nach Wologda, etwa 450 km entfernt von Moskau.

Auf dem Weg (die Seitenstreifen waren durchweg gemäht, kein Müll lag herum, die Straßen waren zum überwiegenden Teil gut befahrbar, oft gab es sogar Beschleunigungsspuren, Felder, Rinderherden und ordentliche Dörfer erfreuten unser Auge) machten wir Station in Welikoje, im 19. Jahrhundert angeblich das reichste Dorf Russlands. Von der einstigen Pracht ist nichts mehr zu sehen. Allerdings ziert den Marktplatz ein großer Kreml, sehr ungewöhnlich für ein Dorf. Die zweite Sehenswürdigkeit ist die Villa des Textilfabrikanten Lokalov, gebaut von Franz Schechtel, einem bedeutenden Jugendstilarchitekten, der in Moskau viele Gebäude errichtet hat. Lokalov baute im benachbarten Gawrilow-Jam eine Fabrik, in der auch heute noch Leinenstoffe hergestellt werden und wo es einen netten Werksverkauf gibt. Weiterlesen …

MosKultInfo Juli/August 2017

Sommer in Moskau

Beerdigungen

Vor der Revolution wurden Begräbnisse durch die russisch-orthodoxe Kirche bzw. durch andere Konfessionen geregelt. Deshalb wurde man auf dem Friedhof genau an der Stelle beerdigt, die zum Glauben, aber auch zum sozialen Status passte. Einäscherung war verboten, sie entsprach nicht den Regeln der orthodoxen Kirche. Sie fand nur aus medizinisch-sanitären Gründen statt.
Das einzige Krematorium vor 1917 befand sich in der Nähe von Kronstadt. Dort wurden auch die bei Versuchen in Laboratorien verstorbenen Tiere verbrannt. Auch jetzt noch lehnen viele Gläubige die Verbrennung ab, sie hoffen auf die Wiederauferstehung, für die noch Knochenreste vorhanden sein sollten. Weiterlesen …

Natura Siberica

Das Kosmetiklabel Natura Siberica ist bei den deutschen Damen bekannt, sehr beliebt und wird gern verschenkt.

Der Begründer des Labels, Andrej Trubnikov, absolvierte die Wirtschaftsfakultät und Ende der neunziger Jahre begann er sich mit dem Import von Alkoholika zu beschäftigen. Danach betrieb er die Ent-wicklung preiswerter Geschirrspülmittel – er kaufte die Formel für das Gel und handelte dann mit der „Volschebnitza“, der „Zauberin“. Ein Jahr darauf gründete er die Firma „Erste Lösung“ und brachte „Babuschka Agafja“ auf den Markt – eine von Trubnikov erdachte sibirische Kräuterfrau, nach deren Rezepten Shampoo und daraus resultierend eine ganze Kosmetikserie hergestellt wurde. Sogar Auchan interessierte sich dafür. Jetzt stehen diese Kosmetikartikel auch in anderen großen Supermärkten. Ende 2016 eröffnete ein Agafja-Shop auf dem Leninskij Prospekt. Weiterlesen …