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Die Kirchen der russisch-orthodoxen Gemeinde des FSB

Es ist in der russischen Orthodoxie durchaus Brauch, dass die Kirchenorganisation auch in privaten Kirchengebäuden tätig ist. Eine deutlich sichtbare Privatkirche, die nicht zugänglich ist, sehen wir z. B. auf der linken Seite am Anfang des Prospekts Mira. So können auch Organisationen oder staatliche Einrichtungen „ihre“ Kirche haben. Für den ausländischen Betrachter mutet es seltsam an, wenn die Nachfolgeorganisation von Tscheka/NKWD/KGB, die bekanntlich für die massenhaften Morde an Priestern der orthodoxen Kirche verantwortlich sind, nun auch „eigene“ Kirchen haben. Weiterlesen …

Meschtscherskoje osero

Die kleine, aber populäre Oase im Südwesten Moskaus lädt alljährlich zum Baden und Sonnen ein.
Der Meschtscherskoje See ist fast 600 m lang und ungefähr 210 m breit. Er stößt an den gleichnamigen Park, in dem sich auch Kinderspielplätze befinden. Das Betreten des Sandstrandes ist kostenlos. In der Nähe kann auch geparkt werden, allerdings sind ab Mittag alle Parkplätze besetzt. Am Strand gibt es Umkleidekabinen, Bänke, einen Volleyballplatz. Essen kann man in einem kleinen Restaurant. Im Wald wurden Picknickplätze angelegt.
Zum See gelangt man mit der Metro bis zur Station Slawjanskij Bulvar und weiter mit der Marschrutka 753 oder von der Station Kiewskaya mit der Marschrutka 500.
In diesem Jahr soll der See noch verschönert werden – Stege sollen ins Wasser führen für die Badenden und Angler, Treppen und Strände werden angelegt. Spiel- und Sportplätze und ein Radwegenetz werden entstehen

Residenzen der Patriarchen und Metropoliten in Moskau

Der Patriarch ist das Kirchenoberhaupt der Russisch-Orthodoxen Kirche – wo aber wohnten die Patriarchen und wo kann man den jetzigen Patriarchen Kyrill I. treffen?
Mit der Christianisierung Russlands 988 war die Kirche dem Patriarchen von Konstantinopel unterstellt und wurde zunächst durch Exarchen und später durch Metropoliten in Kiew geführt. Nach dem Mongoleneinfall wurde der Sitz nach Wladimir und dann nach Moskau verlegt.
Noch vor der Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen 1453 und der Konsolidierung der Moskauer – und Abschüttlung der Tatarenherrschaft wurde bereits 1448 der Metropolit (noch von Kiew und ganz Russland) ohne Einverständnis von Konstantinopel bestellt. Aber erst mit den gewaltigen Expansionsergebnissen eines Iwan dem Schrecklichen einerseits und der Besetzung aller anderen orthodoxen Länder durch das osmanische Imperium wurde die Aufforderung des Mönchs Filofe an den Vater von Iwan IV., Wassili III. aktuell: Moskau sollte das dritte Rom werden.
Boris Godunov erzwang dann nach Iwans Tod 1589 die Zustimmung (durch Festsetzung des Konstantinopeler Patriarchen) zu einem Russischen Patriarchat und der geistig zurückgebliebener Zar Fjodor I: „genehmigte“ dann die Inthronisation des ersten Patriarchen Jove.
Das Kalkül war sehr durchsichtig: Konzentration der (orthodoxen) kirchlichen Macht in Moskau und möglichst nachfolgend auch Festigung und Erweiterung des Imperiums.

Peter I. ersetzte 1721 in seiner Kirchenreform das Patriarchat nach deutsch-lutherischem Vorbild durch eine Heilige Synode und stellte diese unter staatliche Kontrolle. Erst mit der Revolution 1905 formulierten sich weitreichende innerkirchliche Reformbestrebungen und im November 1917 wurde erneut ein Patriarch (der Dramatik der Zeit entsprechend per Losentscheid) gewählt. Tichon wurde alsbald verhaftet, in die Ljubjanka gebracht, wieder freigelassen und (vermutlich) 1925 vergiftet. Erst 1943 konnte (durch Stalin toleriert) wieder ein Patriarch gewählt und in der Jelochowo-Kathedrale inthronisiert werden – seit die wieder erbaute Christi-Erlöser-Kathedrale wieder die Hauptkirche der Russischen Orthodoxie ist, finden mit Kyrill beginnend die feierlichen Zeremonien dort statt. Weiterlesen …

Der Moskauer Plattenbau

In Moskau droht die zweite Abrisswelle der Fünfgeschosser, der sogenannten „Chruschtschowkas“. Achttausend Häuser sollen abgerissen und 1,6 Millionen Menschen umgesiedelt werden. Die Häuser, aus denen die Bewohner nicht ausziehen wollen, sollen stehenbleiben und einer kosmetischen Sanierung unterzogen werden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg fehlte es in der Sowjetunion überall an Wohnraum. Die städtische Bevölkerung drängte sich in den Kommunalwohnungen und in den fünfziger Jahren lebten darin ganze Fami-liengenerationen. Das Nachkriegsplakat illustriert, wie viel Platz in den Kommunalkas war – sehr wenig. Die allgemeinen Flure ließen einen Meter Platz zum Durchgehen, in allen Ecken standen Hausrat und andere Gegenstände der Bewohner. Jungverheiratete Paare hatten oft nicht einmal eine eigene Ecke im Zimmer, solch eine Situation wird im Musical „Moskwa-Tscherjomuschki“, die Musik dazu schrieb Dmitrij Schostakowitsch, aufgezeigt. Das Paar lebt noch getrennt, doch träumt es davon, bald eine Wohnung mit allem Komfort in einem neuen Haus zugeteilt zu bekommen.
Viele Menschen damals waren von der dekorativen und pompösen Stalinarchitektur begeistert und nun kam diese einfache Platte daher. Doch dekorativ und pompös war auch teuer und der Bau dauerte lan-ge. Und das Wohnungsproblem brannte buchstäblich auf den Nägeln. Eine schnelle und billige Lösung musste her und sie wurde gefunden.
Im Wissenschaftlichen Institut des Mosprojekts wurde unter Leitung von Witalij Lagutenko ein Typ Plattenbau entwickelt, der in neuen Wohnungsbaukombinaten am Fließband hergestellt werden konnte. Einzelne Ziegel wurden nicht mehr gefertigt, sondern Wände und sogar ganze Zimmer!
Erste Experimente mit Platten wurden bereits 1948 durchgeführt. Doch der Massenwohnungsbau vier- und fünfgeschossiger Gebäude begann erst Ende der fünfziger/Anfang der sechziger Jahre, nachdem das ZK der KPdSU 1957 das Gesetz zur „Entwicklung des Wohnungsbaus in der UdSSR“ verabschiedet hatte. Weiterlesen …

MosKultInfo Mai 2017

MKI-63

Ausleihe von Fahrrädern in Moskau

Obwohl das Fahrrad in Moskau nicht unbedingt eine Alternative zum Auto oder öffentlichen Nahverkehr darstellt, möchte die Stadt ihren Bürgern und Besuchern trotzdem Das Radfahren ermöglichen.
Jeder registrierte Nutzer kann an einer beliebigen Station ein Rad entnehmen. 2017 werden 380 Stationen mit insgesamt 3750 Zweirädern ausgerüstet.
Registrieren kann man sich unter http://www.velobike.ru, über die App oder am Terminal einer Ausleihstation. Angegeben werden müssen dabei Name, Vorname, E-Mail-Adresse und eine Handynummer, auf die nach der Registrierung eine sms mit dem Login und der PIN gesendet wird. Möchte man ein Abonnement erwerben, benötigt man eine Visakarte- oder MasterCard.
Der Preis für eine Ausleihe besteht aus zwei Teilen, einerseits muss man den Zugang bezahlen und andererseits die zu fahrende Zeit. Die ersten dreißig Minuten sind frei.
Eine Tageskarte kostet 150, eine Monatskarte 600 und eine Saisonkarte 1200 Rubel.
Dazu kommen
30 Rubel von der 31. bis zur 60. Minute
100 Rubel bis zwei Stunden
450 Rubel bis drei Stunden
1 000 Rubel bis sechs Stunden
1 500 Rubel bis 24 Stunden
3 000 Rubel von 24 bis 48 Stunden
30 000 Rubel bei mehr als 48 Stunden

Seit dem 1. Mai gibt es die Möglichkeit, mit dem Rad, das im Park Sokolniki ausgeliehen werden kann, in andere Parks zu fahren und das Rad dort (zuerst im Baumann-Garten und im Taganka-Park) wieder abzugeben.

Frauenferienhof Saleskaja

In der Nähe von Pereslawl-Saleskij, einer Stadt des Goldenen Rings circa 150 km von Moskau entfernt befindet sich mitten im dichten Mischwald am Rand eines kleinen Dorfes der Frauenferienhof Saleskaja.
Von Frauen entwickelt und umgesetzt richtet sich das Angebot des Hofes vorrangig an Frauen.

Vom Haus, das komplett aus Holz besteht, hat man einen schönen Blick in Richtung Wald.
Davor bietet sich das Flüsschen Nerl, das sich circa 150 Meter vom Grundstück entfernt durch die Wiesen schlängelt, zum Baden an. Etwa 4 km nördlich liegen mitten im Wald auch große Seen, die zum Bootfahren einladen.
Zu unserem Programm gehören zu jeder Jahreszeit entspannende Spaziergänge und Wanderungen sowie Ausflüge in die umliegenden Städte. Vielfältige Bildungsangebote sollen dazukommen.

Wir bieten:
ein Gästezimmer im Haus sowie vier Bytovkas (Holzhäuschen mit ca. 12 qm Fläche, eingerichtet für 1-2 Personen, beheizbar, mit Kochgelegenheit, eigener Torftoilette, Wasser im Vorratsbehälter),
außerdem können wir bis zu 20 Frauen mit Zelten aufnehmen.
Im Garten steht eine russische Sauna.

Wir freuen uns auf Urlauberinnen, Teilnehmerinnen an Veranstaltungen und auch Helferinnen (freie Unterkunft bei 3 Stunden Mitarbeit/Tag) sind gerne gesehen.

In diesem Frühjahr wird unsere Werkstatt eröffnet.
Neben Entspannung und Erholung in der Natur wollen wir in kleiner Runde gemeinsam kreativ tätig werden.
Die Wochenendangebote beinhalten 1-2 Übernachtungen auf unserem Hof, Vollverpflegung, Anleitung in der jeweiligen Gestaltungstechnik, sowie das notwendige Material.

Rückfragen und Anmeldung unter: kontakt@saleskaja.com

Die Weltzeituhr

Touristen, die über den Manegenplatz im Zentrum der russischen Hauptstadt flanieren, treffen auf ein ungewöhnliches Bauwerk – den Springbrunnen „Die Weltzeiten“, der über dem Einkaufzentrum Ochotny Rjad gelegen ist. Interessant ist allerdings nicht unbedingt der Springbrunnen an sich, sondern die Uhr.
Auf die Kuppel des Brunnens, die von Georg, dem Drachentöter gekrönt wird, wurde die nördliche Halbkugel mit den Zeitzonen unseres Planeten sowie entsprechenden Städtenamen aufgebracht. Unten befindet sich ein Ring mit Ziffern. In den gleichmäßigen Sektoren leuchten Lämpchen für die Angabe der Minuten. Die Kuppel dreht sich langsam, nach 24 Stunden hat sie sich ein Mal um sich selbst bewegt.

Urbetsch

Alle denken, dass Süßes schädlich ist – für die Figur, für die Zähne … eine angenehme Ausnahme dagegen ist der Urbetsch, eine pastenähnliche Masse, die man als Ergebnis gemahlener Samen oder Kerne erhält. Das können sein: Leinsamen, Sonnenblumen- oder Kürbiskerne, Aprikosenkerne, aber auch Nüsse, Mohn und viele andere Kulturen, die Öl enthalten. Urbetsch enthält nur natürliche Bestandteile. Allerdings weist Urbetsch viele Kalorien auf -100 g enthalten 535 Kcal. Weiterlesen …

Antonia Arslan: Das Haus der Lerchen

Die ergreifende Familiensaga aus Armenien spielt zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts in Anatoli-en. Dort liegt paradiesisch mitten in den Bergen das „Haus der Lerchen“, das Landhaus der großen Familie des Apothekers Sempad. Hier tafeln er, seine Frau Shushanig, ihre sieben Kinder sowie zahlreiche Verwandte an üppig gedeckten Tischen oder verweilen im prächtigen Rosengarten. Und alle warten gespannt auf den Besuch von Yerwant, Sempads Bruder, einem angesehenen Arzt, der nunmehr in Italien lebt. Doch es ist eine schwere Zeit, der Erste Weltkrieg ist ausgebrochen und in der Türkei kommt es immer häufiger zu Feindseligkeiten gegen die armenische Bevölkerung bis hin zu schweren Pogromen. Im Haus der Lerchen kommt es zu einem Blutbad, dem die Männer der Familie zum Opfer fallen. Die armenischen Frauen werden auf einen Todesmarsch durch die Wüste geschickt, den türkischen Begleitern ausgeliefert. Das Buch, das autobiografische Züge aufweist, ist ein wichtiger und sehr aufwühlender Beitrag zur Erinnerungskultur.