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In der Nähe der Gnesin-Akademie, Teil 2

1. März 2018

Anwesen von V.N. Gribow

Sehr klassizistisch kommt dieses Herrenhaus in der Chlebny Gasse 15 daher, dessen eleganter Eingang von zwei gutmütigen Löwen bewacht wird. Geplant wurde es 1911 für den jungen Kaufmann Wladimir Gribow im Jahre 1909. Auf der rechten Seite der wie im Jugendstil asymmetrischen Komposition des Hauses befindet sich der prächtige Haupteingang mit einem klassizistischen Portikus aus acht paarweisen ionischen Säulen, darüber ein großes halbrundes Fenster mit einem breiten Rahmen und noch höher ein leichter dreieckiger Giebel. Überall an der Fassade wurden Stuckelemente angebracht – Reliefs mit antiker Thematik, Ornamente am Dachgesims und den Fenstern. Die Familie Gribow besaß mehrere Papier- und Stofffabriken in Moskau sowie Mietshäuser in der Nähe der Sauberen Teiche. 1917 verließen die Gribows Russland. Nachdem diverse Parteischulen dort ihren Platz hatten, residiert in der Villa seit Ende des Zweiten Weltkrieges der belgische Botschafter.

Kamynin-Villa

Das älteste Gebäude in der Chlebny Gasse unter der Nummer 2/3 ist ein Architekturdenkmal des Moskauer Klassizismus vor dem Brand von 1812. Das Haupthaus sowie der rechte Flügel mit einer abgerundeten Ecke wurden zu Beginn der siebziger Jahre des 18. Jahrhunderts aus Stein errichtet. Das Gebäude wurde vom Feuer sehr in Mitleidenschaft gezogen, aber wiederaufgebaut. Die Fassade schmückte nun ein relativ großer Portikus mit vier Säulen. 1865 befand sich dort die Redaktion der „Moskauer Zeitung“, später ein privates Gymnasium, nach der Oktoberrevolution eine Grundschule und momentan das USA-und-Kanada-Institut der Akademie der Wissenschaften.

Mietshaus von Digamel

In der Mersljakowskij Gasse 18 wurde am Ende des 19. Jahrhunderts ein Mietshaus mit Elementen des Jugendstils gebaut. Ursprünglich gehörte es einer reichen Witwe. 1896 mietete sich eine Musikschule ein, die nach der Revolution in ein Musikinstitut umgewandelt wurde. Für wenig Geld konnte man dort eine gute musikalische Ausbildung nach dem Programm des Konservatoriums erwerben. Heute hat diese Einrichtung des Status eines Akademischen Musikkollegs, das dem Konservatorium zugeordnet ist und sich in der Mersljakowskij Gasse 11 befindet. Vor mehr als 15 Jahren wurde das Haus saniert, es beeindruckt durch seine Keramikkacheln und die riesigen Fenster des Treppenhauses.

Mietshaus von Alexandrov

Gleich daneben in der Mersljakowskij Gasse 20 steht ebenfalls ein Mietshaus im Jugendstil, dessen Keramikfries über den Balkonfenstern wahrscheinlich nach Vorlagen von Michail Wrubel ausgeführt wurde. Das kleine, ursprünglich dreigeschossige Haus wurde 1902 als Villa für einen bekannten Arzt errichtet. Er lebte dort, hatte dort seine Praxis und vermietete noch Wohnraum. Jede Etage wies eine andere Fenstergestaltung auf. Die Fassade beleben Balkongitter im Jugendstil, eine unterschiedliche Farbgestaltung, Kacheln sowie Stuckelemente.

In den sechziger Jahren wurde das Haus umgebaut und vieles ging verloren. Die Rekonstruktion zu Beginn des 21. Jahrhunderts konnte die Schönheit des Gebäudes nur teilweise retten. Wiederhergestellt wurden beispielsweise die Metallgitter vor den Balkons, der Stuck um das ovale zentrale Fenster, die Kacheln aus Abramzewo wurden gereinigt.

Mietshaus mit Weinkellern

Das mehrgeschossige graue Mietshaus mit mächtigen Erkern und leichten Balkons befindet sich in der Trubnikowskij Gasse 19. Es wurde 1912/13 für die Behörde errichtet, die den Besitz der Zarenfamilie verwaltete. Im Erdgeschoss verläuft ein schmiedeeiserner Zaun, der das Haus vom Gehweg trennt. Zu den Pflichten der Behörde gehörte auch die Herstellung qualitativ hochwertiger Weine. Deshalb ist das Gebäude unterkellert – in den Kellern wurde der Wein gelagert und ausgeschenkt. Seit 1914 hatte auch die Wein-Kontrollbehörde dort ihren Sitz. Der Begründer der russischen hochwertigen Weinherstellung war Fürst Lew Golizyn. Er eröffnete 1878 auf der Krim die Fabrik „Nowy swet“, Weine von dort sind auch heute noch populär. 1891 wurde der Fürst zum Weinproduzent des Zarenhofes auf der Krim und im Kaukasus berufen und betreute die höfischen Weingüter – eine sehr ehrenvolle Aufgabe. Aus diesem Grund nannten die Moskauer die Keller in der Trubnikowskij 19 Golizyn-Keller – 3 000 m² unter Haus und Hof. In den Gewölben herrschte immer eine gleichbleibende Temperatur, dort wurden Eichenfässer aufbewahrt, die insgesamt 14 000 Liter fassten.

Nach der Revolution zog das Volkskommissariat für Nationalitätenfragen mit Stalin an der Spitze ein. Auch die Wohnungen der Mitarbeiter befanden sich im Haus. 1980 wurde das Haus rekonstruiert, die Keller stellen nach wie vor ein Industriedenkmal dar. Allerdings wird dort schon lange kein Wein mehr gelagert. Gegenwärtig wird das Gebäude von einem Teil des Ministeriums für ökonomische Entwicklung Russlands belegt.

Haus der Militärs

1917 wurde in der Bolschoi Rshewskij Gasse 11 dieses fünfgeschossige Wohnhaus gebaut. Auf der Hofseite hatte es sechs Etagen. Die vordere Fassade schmückt ein kleiner Portikus. Die breite Eingangstreppe setzt sich bis zu den Wohnungen in der ersten Etage fort. In Sowjetzeichen trug das Haus den Namen Fünftes Haus des Militärischen Revolutionsrates. Dort lebten bedeutende sowjetische Offiziere. In den dreißiger Jahren fielen viele der Bewohner dem Stalinterror zum Opfer.

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From → Architektur

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