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Skifahren auf fast 5000 Metern schon mal versucht?

1. Februar 2018

Die Skisaison der Freerider in Russland beginnt normalerweise mit dem ersten Pulverschnee in Scheregesh (zwei Autostunden von Novokusnetz).
In dieser Saison machten wir jedoch wieder mal eine Ausnahme, da es im Kaukasus schon im November sehr gute Schneebedingungen gab.
Eine Gruppe aus zwölf Leuten und vier Ländern machte sich auf den Weg nach Terskol am Fuße des Elbrus (5642m).
Der Flug nach Mineralnye Vodi dauert etwas mehr als zwei Stunden und kostet um die 100 Euro (Retour). Danach geht es nochmal drei Stunden und für 15 Euro pro Nase mit dem Taxi in die kaukasische Bergwelt.
Vor Ort angekommen hat man eine Auswahl von Pensionen bis Drei-Sternehotels mit Banja und Schwimmbad. Ski können vor Ort geliehen werden. Aber auch Aeroflot bietet kostenlos den Transport von Wintersportausrüstung an.
Das Skigebiet direkt am Elbrus beginnt auf ungefähr 2200 Metern und man kann mit Liften auf fast 4000 Meter aufsteigen. Danach geht es, wenn man möchte, mit dem Pistenfahrzeug weiter auf maximal 4800 Meter. Von dort hat man nicht nur einen beeindruckenden Blick über den Hauptkamm des Kaukasus, sondern auch die Möglichkeit, mit einem Bergführer direkt ins Dorf Terskol über den Gletscher, eingefrorene Wasserfälle und eingeschneite Bergwiesen abzufahren. Hierfür sind eine Bergausrüstung inklusive Steiggurt, Lawinenrucksack, LVS Lawinenverschüttetensuchgerät), Schaufel und Sonde erforderlich.
Wer es ruhiger mag, fährt einfach über die Piste bis ins Tal, was dann mehr als 2500 Höhenmeter in einer Abfahrt sind. Für 35 Euro bekommt man eine Tageskarte am Lift französischer Bauart. Unser Kommentar über den hohen Preis wurde damit gekontert, dass man nirgendwo anders auch gleichzeitig den höchsten Berg Europas beim Skifahren bewundern kann. Also nicht argumentieren mit den Lokals – ist nur Zeitverlust.
Nach dem Skifahren kann man sich in einem der vielen lokalen Cafés treffen, um regionale Köstlichkeiten wie den wohl besten Schashlik zu probieren.
Wer deutschen Standard in den Hotels, bei der Logistik und der Bedienung erwartet, wird hier selten fündig. Man sollte Geduld und das Verlangen nach Ruhe und Natur mitbringen.
Für Könner kann man das Skigebiet um den Berg Cheget empfehlen. Hier spuren sich die Experten ihre eigenen Pisten. Es gilt besondere Vorsicht beim Thema Lawinen, da die Abfahrten hier besonders steil sein können.
Kurz vor der Abreise kann man sich auf dem Markt noch bei einer der vielen Babushkas mit selbstge-machter Marmelade, Tee und Sachen aus Wolle als Souvenir eindecken.
Für die Ausländer in den Reisegruppen ist darauf zu achten, dass das Hotel den Registrierungsstempel austeilt, so dass man am Flughafen im Fall der Fälle nicht zum Opfer der Bürokratie wird.
Es gibt leider keine Direktflüge nach Mineralnye Vodi mehr. Daher erfolgt die Anreise am besten mit Aeroflot oder S7 über Moskau.
Die Skisaison dauert von November bis Anfang Mai, wobei man die russischen Feiertage als Reisetermin meiden sollte, es sei denn man mag das Schlange stehen an den Liften.
Für Familien mit Kindern sind meiner Meinung nach die Bedingungen vor Ort noch nicht optimal. Daher sollten erst einmal die Eltern einen Erkundungstrip wagen.

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From → Russland

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