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Bachruschin – Theatermuseum

1. Februar 2018

Im alten Moskauer Stadtteil Samoskworetschie liegt in der gleichnamigen Straße das Bachruschin-Museum. Das Staatliche Theatermuseum hat noch neun andere Filialen, beispielsweise das Hausmuse-um des Dramaturgen Alexander Ostrowskij in einem Holzhaus in der ul. Malaja Ordynka 9/12, das Wohnungsmuseum des Regisseurs Wsewolod Meyerhold in der Brjusow Gasse 12 oder das Woh-nungsmuseum der Ballerina Galina Ulanowa im Stalinhochhaus am Kotelnitscheskaja nabereschnaja 1.

Die Familie Bachruschin kam ursprünglich aus Saraisk nach Moskau. Sie ließ sich in der Nähe des Paweletzker Bahnhofs, dem Siedlungsgebiet der Gerber nieder und stellte Handschuhe her. Später besaßen die Bachruschins eine große Lederwarenfabrik.
Die Familie setzte sich sehr für wohltätige Zwecke ein und baute viele Krankenhäuser, Armen- und Waisenhäuser. Die dritte Generation begann in der Mitte des 19. Jahrhunderts Porzellan, Gemälde, historische Dokumente zur Geschichte Moskaus zu sammeln. Der bekannteste unter den Brüdern und Cousins war Alexej Alexandrowitsch, er trug alles zusammen, was mit dem Theater zu tun hatte.
1894 gilt als das Gründungsjahr des Museums, denn damals wurde die Kollektion Bachruschins zum ersten Mal öffentlich ausgestellt.

Ihr Wohnhaus wurde zu eng und Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Villa im neogotischen Stil mit pseudorussischen Elementen in der ul. Bachruschina 31 errichtet. Im Erdgeschoss entstand ein Museum. Die in Rot und Weiß gehaltene Villa entwickelte sich schnell zum Treffpunkt bekannter Sänger, Schauspieler und Literaten. Alexej Alexandrowitsch übereignete seine Sammlung der Petersburger Akademie der Wissenschaften. Auch nach der Oktoberrevolution blieb Bachruschin Leiter des Museums. Er starb 1929 und wurde auf dem Wagankowo-Friedhof beerdigt.

Viele der Exponate aus Bachruschins Sammlung stammen vom berühmten Sucharewskij Markt, wo er in den antiquarischen Lädchen allerlei seltene und alte Gegenstände, Plakate und Bücher auftreiben konnte. In seinem Arbeitszimmer werden Gemälde aufbewahrt.
Die Exposition in der Bibliothek ist den Anfängen des russischen Theaters gewidmet, im Museumssaal wird über die Entwicklung des Theaters in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erzählt, die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts und der Beginn des zwanzigsten sind Thema im Esszimmer. Schließlich zeigt der Luschnetzkij Saal wechselnde Ausstellungen.

Unlängst wurde der Museumskomplex restauriert und erweitert. Die historischen Fassaden wurden wieder hergestellt. Im Innenhof wurde auf den Ruinen einer ehemaligen Makkaronifabrik ein Garten angelegt. In der Zukunft ist dort ein regelrechtes Theaterquartal geplant.

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