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Handelsschule am Paweletzker Bahnhof

1. Dezember 2017

In der Nähe des Paweletzker Bahnhofs verstecken sich in der Stremyanny Gasse  und der ul. Zazepa hinter den hohen Gebäuden am Gartenring die ehemaligen Handelsinstitute für Frauen und Männer. Sie gehörten zu den bedeutendsten Bildungseinrichtungen des vorrevolutionären Moskau.

Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Gesellschaft für die Verbreitung von Bildung im Handelswesen gegründet. Sie tat viel für die professionelle Ausbildung von Kaufleuten und Händlern. Zuerst richtete die Vereinigung Kurse für Buchhaltung ein, später kamen erst die Männer und dann auch die Frauen in den Genuss einer abgeschlossenen Berufsausbildung. Ab 1907 wurden nur noch Studenten mit mittlerer Reife aufgenommen.

Für die Männer wurde 1903/04 in der Stremyanny Gasse ein neuer Komplex im neoklassischen Stil gebaut.

Ein Jahr später folgte in der Nachbarschaft das Gebäude für die Damen inklusive einer Kirche für fast tausend Gläubige im pseudorussischen Stil. Ihre Fassaden sind verziert mit Stuck und Majolikakacheln. Die Inneneinrichtung der Kirche blieb leider nicht erhalten. Sie wurde 1930 geschlossen und als Klassenraum genutzt. 1909 wurde das Fraueninstitut mit einem Gebäude für die Vorbereitungskurse ergänzt.

1913 folgte der Bau von großen Hörsälen und Seminarräumen, einer Bibliothek und Laboren. Finanziert wurde die Einrichtung von reichen Industriellen und Unternehmern. Um sie zu ehren, wurden nach ihnen die Klassenzimmer benannt.

Die Ausbildung erfolgte über vier Jahre mit einem Diplomabschluss in zwei Studienrichtungen – kaufmännisch-ökonomisch und kaufmännisch-technisch. Zu den allgemeinen Fächern gehörten beispielsweise Wirtschaft, Recht, Politische Ökonomie, Finanzwissenschaften, Statistik, Mathematik, Physik, Mechanik, drei Fremdsprachen, Philosophie, Geschichte und Religion. In den höheren Jahren konnte man sich spezialisieren auf Arbeits- oder Unternehmergesetzgebung, Leitungs-, Bank- oder Versicherungswesen und anderes.

Nach der Revolution hieß die Bildungseinrichtung Moskauer Institut für Volkswirtschaft. Jetzt hat dort die Russische Wirtschaftsuniversität „G.W.Plechanow“ ihren Sitz.

Für die aufwendige und sehr behutsame Restaurierung wurden die damit beauftragten Architekten mit einem Preis im Rahmen des Wettbewerbs „Moskauer Restaurierungen“ gewürdigt.

 

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From → Architektur

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