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El Lissitzky

1. Dezember 2017

Im November wurde in der Neuen Tretjakowgalerie sowie im Jüdischen Museum zwei Ausstellungen eröffnet, die dem Werk von El Lissitzki gewidmet sind. Im Jüdischen Museum wird seine frühe Schaf-fensphase beleuchtet. In den Räumen der Tretjakowgalerie werden mehr als 200 seiner Arbeiten gezeigt, darunter erstmals sechs Gemälde-Prounen aus ausländischen Sammlungen.
El Lissitzky wurde im 1890 als Lazar Markovich Lisitskii in Vitebsk/Weißrussland geboren. Von 1909 bis 1914 studierte Lissitzky in Darmstadt Architektur. Fünf Jahre später wurde El Lissitzky als Profes-sor an die Vitebsker Kunstschule berufen und begegnete dort Marc Chagall und Kasimir Malewitsch.
In dieser Zeit beschäftigte sich Lissitzky mit der suprematistischen Bildlehre und wurde Mitglied der Gruppe „UNOWIS“.
Der Künstler begann damals an den „Prounen“ zu arbeiten. Seine Proun-Bilder sind Bildkompositionen aus geometrischen Figuren, die eine räumliche Wirkung auf der zweidimensionalen Fläche erzielen. Er schafft es als einer der wenigen abstrakten Maler, seinen ausschließlich zweidimensionalen Formen die Illusion einer dritten Dimension zu verleihen („prouns“). Er verwendete dafür scheinperspektivische Effekte. Als Architekt und Maler sah El Lissitzki seine Werke als Interaktion zwischen Architektur und Malerei.
Von 1921 bis 1925 reiste er durch Deutschland, Holland und die Schweiz. 1921 erhielt er eine Professur an der Moskauer Kunstakademie. Dort gründete er 1922 die internationale Zeitschrift „Vesc“ und widmete sich fortan mehr dem typografischen Design und der Ausstellungsgestaltung.
Fasziniert von der amerikanischen lngenieursleistung kritisiert er beim Skyscraper den Widerspruch zwischen moderner Konstruktion und historisierender Gestaltung. In diesem Spannungsfeld entsteht das Wolkenbügel-Projekt als Antithese zum Wolkenkratzer.
Gleichzeitig übernimmt er eine Lehrtätigkeit an den WchUTEMAS. In den Jahren 1926 bis 1934 gestaltete der Künstler mehrere Ausstellungen. Von 1931 bis 1941 schrieb er für die Zeitschrift „UdSSR im Bau“, für die der Künstler zusammen mit seiner Ehefrau Sophie Lissitzky-Küppers ver-schiedene Ausgaben gestaltet. Er gehörte zu den Künstlern der russischen Avantgarde, die sich nicht nur auf die Entwicklung der abstrakten Malerei beschränken, sondern den neuen Funktionalismus auch auf Fotografie, Buchgestaltung, Architektur und Stadtplanung ausweiten. Der Künstler El Lissitzky stellte dadurch Kontakte zwischen den russischen Konstruktivisten und dem Neo-Plastizismus (De Stijl), dem Bauhaus und den Dadaisten her.
Im Jahr 1941 verstirbt El Lissitzky in Moskau an Tuberkulose.
El Lissitzky zählt zu den Künstlern die mit ihrem Stil die Gestaltung ihrer Zeit prägten. Während seiner Karriere treibt Lissitzky eine Anzahl von Projekten, Ideen und Bewegungen voran und erzielt damit große und bedeutende Auswirkung auf die zeitgenössische moderne Kunst. In dieser Form wirkt Lissitzky am stärksten in den Bereichen Grafikdesign, Ausstellungsgestaltung und Architektur.

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From → Moskau

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