Zum Inhalt springen

Von Astrachan nach Wolgograd

1. Oktober 2017

Ein verlängertes Wochenende führte uns in den russischen Süden.

Astrachan, rund 1 400 km von Moskau entfernt, entstand wahrscheinlich im 13. Jahrhundert, als der Ort zum Reich der Goldenen Horde gehörte. Iwan IV. eroberte im 16. Jahrhundert die Stadt und danach wurde sie neu aufgebaut.

An der Wende zum 17. Jahrhundert wurde Astrachans steinerner Kreml errichtet. Seit dieser Zeit entwickelte sich die Stadt am Rande des weit verzweigten Wolgadeltas zum Tor Russlands in den Orient. Kaufleute aus Persien, Indien, Armenien und anderen Ländern ließen sich dort nieder und auch heute noch leben in der Stadt mehr als 150 Nationalitäten. Gehandelt wurde vor allem mit Rohseide, Salz und Fisch.

Peter I. ließ einen Hafen und eine Werft bauen, der Fischfang (vor allem Stör) und Kaviargewinnung entwickelte sich zu einem wichtigen Wirtschaftszweig. Deshalb sollte die erste Station unbedingt der Fischmarkt Selenskie islady, Pokrovskaya ploschad 3A, sein. Hier wird vor allem Trockenfisch angeboten, aber es gibt auch kalt und warm geräucherte, große und kleine Störe, Welse … und schwarzen Kaviar in allen Variationen.

Gegenüber steht die Maria-Schutz-und-Fürbitte-Kirche, errichtet in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Sie ist sehr sehenswert, denn wie durch ein Wunder blieb ihre Innenausstattung trotz Zweckentfremdung in Sowjetzeiten erhalten. Auf der anderen Straßenseite beeindruckt das Astrachaner Theater im gleichnamigen Park, wobei man über den Architekturgeschmack sicherlich streiten kann. Die vielen Holzhäuser in der Nähe sind leider in keinem guten Zustand. Auf der Liebesbrücke lassen sich die Brautpaare fotografieren, die sich im Standesamt am Wolgaufer das Jawort gaben. Von dort aus erstreckt sich eine kilometerlange Uferpromenade. Der Uferbereich gehört zu den schönsten Plätzen der Stadt. Am Ende steht ein Denkmal für Peter I., samstags wird dort getanzt und viel junges Volk und auch ältere Jahrgänge versammeln sich.

Astrachans Kreml ist ein mächtiges Wahrzeichen, dessen dicke Mauern, Türme und Kirchen gut erhalten sind. Das zentrale Bauwerk ist die Maria-Himmelfahrtskirche mit ihren fünf Kuppeln. Durch ihren Glockenturm gelangt man auf das Territorium des Kremls. Gegenüber liegt die kleinere Dreifaltigkeitskirche.

Das Viertel, in dem viele Tataren lebten und leben, befindet sich südlich vom 1. Mai-Kanal. Bemerkenswert sind dort die Moscheen.

Am Abend bestiegen wir das Schiff „Kapitän Puschkarjow“ der Firma Wolga-Wolga (die wir gerne weiterempfehlen) und bezogen unsere Kajüte. Wir wurden gut verpflegt, von früh bis spät gab es Konzerte, Theateraufführungen, Vorträge, Diskothek, aber man konnte einfach auch nur auf dem Sonnendeck liegen und auf die Wolga und ihre Ufer schauen.

Natürlich nutzten wir die Landgänge. Zuerst legten wir in Nikolskoje an, einem kleinen Dorf mit einem Markt, auf dem wir uns mit Fisch und einer Honigmelone versorgten. Verschiedene Störarten, gesalzen, kalt und warm geräuchert, getrocknet … wurden deutlich günstiger als in Astrachan angeboten und schwarzen Kaviar gab es für ein Viertel des üblichen Preises – warum wohl?

Beim zweiten Ausflug an den Wolgastrand wurden wir von Neptun erwartet. Wasserspiele hielten die Touristen bei Laune.

In Wolgograd erwartete uns der längste Flussbahnhof Europas. Das Stadtzentrum ist von Stalinarchitektur geprägt. Beeindruckend war das Mahnmal Mamajew-Kurgan.

 

Advertisements

From → Russland

Schreibe einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: