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Fabrik für Ballettschuhe

1. Oktober 2017

Moskau ist berühmt für seine Primaballerinen am Bolschoi Theater. Sie tanzen oft auf ihren
Zehenspitzen.
Wir haben uns angesehen, wo und wie die Schuhe der Tänzerinnen hergestellt werden. Der größte Teil der Produktion der Firma Grischko wird heute in sechzig Länder exportiert, vor allem in die USA, aber auch nach Deutschland, Japan, Korea oder Malaysia. Erst seit 27 Jahren werden in der Fabrik Ballett-schuhe produziert – der Diplomat Nikolai Grischko gründete 1988 eine Manufaktur, die die Tanzschuhe „Tanz“ aus Atlas herstellten. 1995 wurde das Unternehmen in Grischko umbenannt und das Sortiment vergrößert.

In Moskau gibt es derzeit vier Fabriken, in denen nicht nur Spitzenschuhe, weiche Ballettschuhe und Schuhe für den Volkstanz, sondern auch Tanzkleidung und Schuhe für andere Sportarten angefertigt werden. Zwei kleine Fabriken für Spitzenschuhe wurden in Tschechien und Mazedonien gebaut.
Wir waren in der Moskauer Fabrik in der 3. Krutitskiy per. 11, Metro Ploschtschad Iljitscha.
Die Spitzenschuhe werden hier in Handarbeit hergestellt – ein ziemlicher Aufwand. Mehr als fünfzig Teile müssen für den fertigen Schuh zusammengefügt werden und aus fünf Sorten Stoff werden die Schuhe genäht. Im Keller werden die Schuhe zugeschnitten. Die Schneidemaschine wird auf einen Ritt durch
120 unterschiedliche Stofflagen (fast alle Stoffe kommen aus Russland, nur der pfirsichfarbene Atlas wird aus der Tschechei importiert) geschoben, daraus erhält man dreißig Paar Spitzenschuhe. Daneben werden die Ledersohlen ausgestanzt. Besondere Handwerker nähen die Sohle nach einer klassischen Methode aus dem 18. Jahrhundert mit einer später unsichtbaren Näht an den Schuh an, andere arbeiten mit einer Nähmaschine. Auf die Sohle werden das Markenzeichen und verschiedene Größenangaben angebracht.
Die meisten Spitzenschuhe werden auf Bestellung gefertigt, denn laut Aussage der Führung sind die Füße der Ballerinen mitunter unterschiedlich groß und breit.
Ist der Stoffschuh zusammengenäht, dafür gibt es viele fleißige Näherinnen, geht es an die Herstellung der Spitze. Nessel- und Baumwollstoffe werden in einer bestimmten Reihenfolge verleimt und in den Schuh geklebt. Die Spitze, die eigentlich keine Spitze, sondern eher eine kleine Plattform ist, wird mit einem Hammer in Form gebracht, auf ein Stück Metall gestellt und die Bewegung der Ballerina imitiert – wenn die Schuhe gerade stehen und nicht wackeln, sind sie gut.
Mindestens drei Tage befinden sich die Schuhe im Herstellungsprozess. Nach dem Nähen müssen die Schuhe noch in einem speziellen Trockenschrank bei 47 Grad zwischen acht und zwölf Stunden trocknen.
Für die klassischen Spitzenschuhe wird Stoff, Leder, Karton und Leim verwendet, der direkt in der Fabrik aus natürlichen Zutaten gekocht wird. Auf Bestellung werden auch Schuhe aus Kunststoffen hergestellt.
Im Großen und Ganzen setzt sich Fabrik jedoch für den Erhalt der traditionellen Herstellung ein.

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From → Landeskunde

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