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Die heiligen Inseln Moskaus

30. März 2017

Die berühmtesten Klöster Griechenlands und Russlands befinden sich auf Inseln. Man denke nur an Athos, Solovki oder Walaam. Alle drei haben eine sogenannte podvorie, eine Vertretung in der russischen Hauptstadt.

Das Solovetsker Kloster ist ein bedeutendes Männerkloster auf den gleichnamigen Inseln im Weißen Meer. Es entstand in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts und spielte im Norden Russlands als Festung eine große Rolle. 1992 wurde die Klosteranlage als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt.

Die Außenstelle des Klosters befand sich im 16. bis 18. Jahrhundert in Kitaigorod. 1992 bekam das Kloster die Gottesmutter-Kirche des heiligen Georgij, dem Drachentöter.
Die alte Kirche in Samoskworetschie in der ul. Sadovnicheskaya 6, Metro Novokusnetzkaya, ist ein schönes Beispiel russischer Kirchenarchitektur des 17. Jahrhunderts. In den Zeiten der Wirren nahm die Kirche großen Schaden. 1653 bauten die Anwohner eine neue Kirche mit fünf Kuppeln und einem Glockenturm mit Zeltdach. 1786 unterspülte Wasser aus dem Kanal den Bau, infolgedessen der Glockenturm einstürzte. Er wurde erst 1806 wieder aufgebaut. Und auch das Feuer von 1812 ging an der Kirche nicht spurlos vorüber. Sie brannte innen völlig aus und die Außenwände waren teilweise zerstört. Das neue Gebäude konnte 1829 geweiht werden.
Das schwere Hochwasser 1908 überflutete die Kirche, Fundament und Gewölbe bekamen Risse. Auch die Fresken wurden durch das Wasser stark in Mitleidenschaft gezogen. Sie wurden später erneuert.
Die Kirchengemeinschaft sorgte sich sehr um das Wohl Hilfsbedürftiger. Ein Altenheim wurde gebaut, ebenso ein Krankenhaus. Im Ersten Weltkrieg befand sich dort ein Lazarett.
Bis 1935 konnten in der Kirche auch unter der Sowjetmacht Gottesdienste abgehalten werden. Nach der Schließung wurde ein Lager für Kunstwerke eingerichtet. In den sechziger und siebziger Jahren konnte die Kirche restauriert werden.
Seit 1993 werden wieder Gottesdienste gefeiert. Die Moskauer Gläubigen waren auch an der Übergabe der heiligen Reliquien aus Petersburg in das Kloster auf den Solowetzker Inseln beteiligt. Eine weitere Restaurierung erfolgte zu Beginn der 2000er Jahre und es wurde auf dem Territorium der Kirche ein Holzkreuz zu Ehren der Solowetzker Märtyrer aufgestellt.
Die Hauptaufgabe der Außenstelle besteht in der Unterstützung des Solowetzker Klosters, vor allem der dortigen Sanierungsarbeiten und des alltäglichen Lebens der Mönche. In einer Schneiderei wird Kleidung für die Mönche gefertigt. Für Gläubige werden Pilgerreisen organisiert.

Das Kloster auf den Inseln von Walaam ist ein besonderer Ort, wo Kirchen und Einsiedeleien ihre eigene Geschichte erzählen. Der Legende nach hat der Apostel Andreas den christlichen Glauben den Skythen und Slawen und ebenfalls nach Walaam gebracht. Das auch als nördlicher Athos bezeichnete Kloster wurde im zehnten Jahrhundert von den Walaamer Wundertätern Sergej und German gegründet. Mehrere Male wurde es zerstört, beraubt, wurden die Mönche umgebracht, die Kirchen angezündet. Doch jedes Mal wurde es wieder aufgebaut.
In Moskau blieb in der ul. Tverskaya-Yamskaya 52, Metro Belorusskaya, die Vertretung des Klosters von Walaam erhalten, die 1901 gebaut wurde.1898 schenkte der Kaufmann Prussakow dem Kloster ein Haus in Moskau – die Wundertäter Sergej und German hatten seine Gebete erhört und seine Frau gesund gemacht. Bald darauf wurde das Projekt, diese Filiale im russisch-byzantinischen Stil zu errichten, bestätigt. Der Sankt Petersburger Metropolit Antoniy bemerkte dazu, dass Walaam in Russland recht unbekannt sei und ein Zentrum in Moskau den Mönchen zugutekommen könne.
Nach der Revolution wurde die Außenstelle geschlossen und dem Gesundheitsamt übergeben, eine Poliklinik entstand, während des Krieges ein Lazarett. Zu Beginn der neunziger Jahre wurde den Mönchen ihre Filiale rückübereignet. Gegenwärtig gibt es zwei Kirchen dort – die obere Sergej und German Kirche und die untere, die Alexander Newsky geweiht wurde.
Auf dem Heiligen Berg Athos auf der griechischen Halbinsel Agion-Oros konzentrieren sich zwanzig orthodoxe Klöster, unter ihnen befindet sich das russisch-orthodoxe Panteleimonow-Kloster.
Hinter dem Stalinhochhaus am Kotelnitcheskaya naberezhnaya in der ul. Gontscharnaya 4-6, Metro Taganskaya, finden wir die Außenstelle des Klosters. Sie wird dominiert von der Nikolai der Märtyrer Kirche hinter der Jausa. Die auf dem Berg Schvivaya gorka 1595 errichtete Kirche gehört zu den ältesten Moskaus. Archäologische Untersuchungen haben ergeben, dass sich an diesem Ort eine der frühesten Siedlungen noch vor der Gründung Moskaus befand. Im 15. und 16. Jahrhundert wurde der Hügel außerhalb der Stadt von Handwerkern besiedelt, die feuergefährliche Gewerke ausübten – Schmiede und Töpfer.
1936 wurde die Kirche geschlossen, eine Zerstörung konnte abgewendet werden, doch bis 1990 wurde dort das Lager der Studios Diafilm untergebracht.
Die Filiale existierte seit 1879, als eine russische Wohltäterin dem Kloster ein kleines Anwesen in der ul. Bolschaya Polyanka 38 schenkte. Mehrere Gebäude wurden dort errichtet, Wohnungen für die Mönche, ein Altersheim, ein Buchladen und natürlich eine Hauskirche. 1922 wurde die Filiale aufgelöst, ein Wohnheim für Studenten der Bergakademie zog ein.
1975 wurde der Klosterfiliale die Verklärungskirche in Peredelkino übergeben. 1991 zog die Filiale in das Moskauer Zentrum um. Die Nikolai-Kirche wurde 1992 dem Panteleimonow-Kloster zurück übereignet, Unterkünfte für Mönche wurden gebaut sowie die Kirche aller Heiligen von Athos. Die Vorschriften im Kloster sind streng und orientieren sich an denen auf dem Heiligen Berg. Die Sonntagsgottesdienste werden nachts ab 22.30 Uhr gefeiert. Frauen ist der Zutritt nur im Rock gestattet. Einzigartig für die russisch-orthodoxen Kirchen – am Eingang weist ein Schild darauf hin, dass Betteln verboten ist.

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From → Religion

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