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Ausflug in Richtung Pereslawl-Saleskij

1. Februar 2017

Eine Einladung in ein russisches Dorf verbanden wir mit einem Besuch in Pereslawl-Saleskij.
Über die märchenhaft schöne alte russische Stadt Pereslawl-Saleskij am Ufer des großen und ebenfalls sehr alten Pleschtschejew Sees haben wir in der MKI bereits berichtet, https://moskultinfo.wordpress.com/2013/11/16/pereslawl-salesskij/.

Mit dieser Stadt sind die Namen fast aller russischen Fürsten und Zaren verbunden – Alexander Newskij wurde hier geboren und herrschte in Pereslawl, Peter I. baute am See 1688 seine erste Flottille, die ihm zu Übungszwecken diente. Hier stehen viele alte Kirchen und Klöster und wurden interessante Museen eingerichtet.
Natürlich drehten wir eine Runde im Zentrum der Stadt, wo uns die Verklärungskathedrale aus dem 12. Jahrhundert immer wieder begeistert.

Unser erstes Ziel war der „Russische Park“ in der ul. Moskowskaja 158 gleich am Stadteingang von Moskau kommend auf der linken Seite. Auf zehn Hektar wurden Beispiele des traditionellen Erbes russischer Kultur des 19. und Beginn des 20. Jahrhunderts gesammelt und in vielen kleinen Museen aufgestellt.
Russische Geschichte kommt einem auf dem Territorium der kulturgeschichtlichen Einrichtung überall entgegen, manchmal ist der Fokus vielleicht etwas zu sehr auf Patriotismus und Nationalismus gelegt. Durch die Allee der russischen Flaggen gelangt man zum Museum „Was haben die Russen als erste der Welt erfunden?“

Das Museum „Petruschka, Sprichwörter und Redewendungen“ – Petruschka ist der russische Kasper – zeigt Kasperpuppen sowie alte russische Sprichwörter und Redewendungen.

Im Museum „Haus-Datscha mit einer Ausstellung russischer Frauenkleidung“ wird man in die Zeit des 19. Jahrhunderts zurückversetzt, möglich ist dort auch eine Anprobe verschiedener Kostüme mit Foto-session.

In zwei anderen Museen konnte man Gegenstände des russischen Alltags betrachten, beispielsweise ein Rocken, auf dem die Frau saß, um beide Hände frei zu haben und auf dem die Rohfaser befestigt wurde.
Die eine Hand zieht ein Faserbündel aus dem Vorrat auf dem Rocken, während die andere die Spindel dreht.
Ist das Garn so lang geworden, dass der Arm der Spinnerin nicht mehr ausreicht, wickelt sie es auf die Spindel auf.

Auch Mangelbretter waren zu sehen – die Wäsche wurde auf einen Stab gerollt und mit dem Brett hin- und her bewegt.

Nicht alle Museen waren geöffnet, wie etwa das Museum der Kwasverkostung. Zwölf Kwasarten kann man testen, die nach Rezepten aus dem 19. Jahrhundert hergestellt wurden, mehr als 500 Sorten sind überhaupt bekannt. Jetzt ist gerade ein Wellnessbereich an das benachbarte Hotel angebaut worden und das Museum hat zeitweilig geschlossen. Aber Kwas haben wir dann im Restaurant „Traktir“ verkostet und uns für drei Sorten entschieden, die wir mitgenommen haben. Im „Traktir“ wird nicht nur der Kwas hergestellt, man kocht dort auch sehr schmackhaft.

Letztes Ziel war der tolle Pleschtschejewo-See, zugefroren und tief verschneit, bevölkert mit Kitesurfern und Eisanglern. Am Kloster über dem See erstanden wir einen superfrisch geräucherten, noch heißen Zander, der war sehr lecker.

Nördlich von Pereslawl besuchten wir dann Freunde. Die Moskauer Datschenzone hat sich offenbar schon bis dorthin, 160 km von der Hauptstadt entfernt, ausgebreitet. Sieben Häuser sind ständig bewohnt, die anderen circa vierzig dagegen her nur im Sommer.

Schließlich erfuhren wir noch vom Nähmaschinenmuseum, das wir uns auch noch ansahen. Natürlich stammten fast alle Nähmaschinen aus deutscher Produktion, aber auch einige sowjetische gab es. Be-eindruckend war die Maschine, auf der man feste Militärstoffe nähen konnte.
Auch im Winter ist es in Pereslawl-Saleskij schön, inzwischen stehen dort viele Hotels. Und der Mix aus Kirchen, Klöstern Museen und der faszinierenden Landschaft machen die Stadt zu einem attraktiven Ausflugsziel.

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From → Umgebung Moskaus

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