Zum Inhalt springen

Alissa Ganijewa: Eine Liebe im Kaukasus

1. Februar 2017

Die aus Dagestan stammende Autorin Alissa Ganijewa erzählt in ihrem Roman Eine Liebe im Kaukasus von einer postsowjetischen Welt zwischen Tradition und Moderne. Es geht um die 25-jährige Dagestanerin Patja und den jungen Rechtsanwalt Marat, ebenfalls aus Dagestan kommend. Beide arbeiten in Moskau, lernen sich aber in ihrer Heimat kennen. Ihre Heimat – das ist ein Dorf an einer Bahnstrecke in der Nähe des Kaspischen Meeres, wohin die Menschen aus den Bergen unter Verlust ihrer Kultur und Sitten in den vierziger Jahren zwangsumgesiedelt wurden. Immer wiederkehrendes Thema ist die Heirat – Patja wird drangsaliert, weil sie mit 25 schon als alte Frau betrachtet wird, für Marats Vermählung wird, ohne dass er eine Frau erwählt hätte, schon ein großer Saal angemietet. Beschrieben wir ein Alltag, in dem alte Traditionen zwar noch wirksam sind, aber ihre bindende Kraft längst verloren haben, ein Leben inmitten von Rückständigkeit, Aberglaube und islamischem Extremismus – und das vor dem Hintergrund des Prozesses an einer ermordeten Bürgerrechtlerin, an dem Marat arbeitet und der die gesamtrussische Situation ins Bild rückt sowie den Geschichten um Halilbek, dem Regionaloligarchen, der die kaukasischen Eigenarten verkörpert.
Er liest sich interessant und spannend, dieser Roman vom Aufeinandertreffen von Verwurzelung und Globalisierung sowie dem Streben nach Frei sein und Vorschriften.

Advertisements

From → Buchtipps

Schreibe einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: