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Buchweizengrütze

8. Januar 2017

Buchweizengrütze mag ich persönlich überhaupt nicht. Aber hierzulande wird sie oft gegessen, man könnte sie durchaus als russisches Nationalgericht bezeichnen. Sie ist sehr nahrhaft und nützlich, für Gesunde, aber auch für Diabetiker oder für Menschen, die abnehmen möchten.

Buchweizen wurde zuerst vor etwa viertausend Jahren in Indien und Nepal angebaut. Dann gelangten die Samen nach China, Korea und Japan, und von dort aus ungefähr im siebten Jahrhundert nach Russland, in den Fernen Osten.

In Russland wurde und wird Buchweizen sehr geschätzt. Während das Korn in vielen Ländern nur als Futter dient, ist es in Russland als Lebensmittel weit verbreitet. Fast die Hälfte der Buchweizenernte der Welt wird in Russland eingebracht. Große Anbaugebiete gibt es außerdem in Weißrussland, China, in der Ukraine und Kasachstan, weniger dagegen in den USA, Tansania, Frankreich und Polen. In Großbritannien wird Buchweizen überhaupt nicht mehr angebaut.

In Russland wächst der Buchweizen hauptsächlich in der Baikalregion, in Südsibirien und im Fernen Osten, am besten allerdings im Wolgagebiet, im Vorural und im Süden.

Buchweizen ist eine launische Pflanze, die die Kälte scheut, deshalb wird sie später als alle anderen Getreidesorten ausgesät. Sie mag feuchten Boden, Felder, die von Wald und Bächen umgeben sind, das schützt sie vor plötzlicher Kälte, starkem Wind und Austrocknung. Große Hitze mag Buchweizen ebenfalls nicht. Buchweizen hat eine kurze Vegetationszeit, er kann auch noch nach der Getreideernte angebaut werden und blüht bis in den späten Herbst.

An Buchweizenfeldern stehen oft Bienenkörbe. Sehr bekannt ist der Honig, der aus Buchweizenblüten gewonnen wird, er wird zur Desinfizierung, gegen Krampfadern und bei Bluthochdruck verwendet. Dort, wo Buchweizen wächst, gibt es praktisch kein Unkraut.

Speziell für Diabetiker ist Buchweizen besonders interessant. Chinesische Forscher fanden in einer Studie mit 1000 Teilnehmern heraus: In der inneren Mongolei, einer traditionellen Buchweizengegend, erkranken nur etwa 1-2 % der Menschen an Diabetes. Buchweizen ist aber nicht nur als Vorbeugung empfehlenswert, auch wer bereits betroffen ist, kann damit seinen Blutzucker besser in den Griff bekommen: Bereits nach 15 Tagen Buchweizendiät hatten die Teilnehmer der chinesischen Studie eine verbesserte Blutzuckerkurve!

Buchweizen ist ein außergewöhnliches Lebensmittel. Er schmeckt wie ein Getreide, ist aber keines. Er hat mit Weizen oder anderen Getreidearten nicht viel zu tun und gehört nicht – wie die üblichen Getreidearten – zu den Süßgräsern, sondern ist ein Knöterichgewächs wie etwa Sauerampfer. Folglich ist Buchweizen auch frei von Gluten und Weizenlektinen, das Mehl kann also auch von Menschen mit Zöliakie verwendet werden.

Buchweizenkeimlinge sind reich an lebendigen Enzymen, Vitalstoffen, hochwertigen Mineralien und leicht verdaulichen Proteinen.

Buchweizen ist jedoch nicht nur frei von schädlichen Substanzen, sondern ist gleichzeitig deutlich reicher an hochwertigen Nähr- und Vitalstoffen als unsere üblichen Getreidearten. So enthält er zwar prozentual geringfügig weniger Protein als zum Beispiel Weizen, doch liefert Buchweizen alle acht essentiellen Aminosäuren in einem günstigeren Aminosäureprofil als Getreide, so dass er sehr viel besser als dieses zur Deckung des Eiweißbedarfes dienen kann.

Da unser Gehirn zu 20 bis 25 Prozent aus Phospholipiden besteht, wie sie auch im Lezithin enthalten sind, kann Buchweizen – besonders gekeimter Buchweizen – die Hirnaktivität steigern. Man vermutet, dass der regelmäßige Verzehr von lezithinhaltigen Nahrungsmitteln möglicherweise vorbeugend gegen Angstgefühle, Depressionen und mentale Erschöpfung helfen sowie die geistigen Fähigkeiten verbessern können.

Die Körner sind eigentlich grün. Sie werden roh geerntet und dann getrocknet. Typisch für Buchweizen sind der leicht bittere, sehr kräftige Geschmack und die graubraune Farbe. Zugegeben, sie wirkt nicht allzu attraktiv.

Die geschälten Körner werden zu Graupen, Grütze, Grieß oder Mehl verarbeitet. Hauptsächlich werden damit Breigerichte gekocht. Zusammen mit anderen Mehlsorten kann damit auch Brot gebacken werden. Sehr beliebt sind die Buchweizenpfannkuchen mit Ahornsirup in Nordamerika. In Japan gibt es Buchweizennudeln und Buchweizen-Tee.

Neuerdings wird Buchweizen als Energiepflanze für Biogasanlagen getestet.

Erst seit ein paar Jahren steht Buchweizen im Zuge des Vollkorn-Booms auch in Europa wieder in den Regalen.

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