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Gotik in der Nähe von Moskau

3. Juni 2016

Neben den neogotischen Gebäuden, über die in den vorhergehenden MKI’ s berichtet wurde, blieben auch im Moskauer Gebiet einige neogotische Bauwerke erhalten.

In der Nähe von Klin wurde in Podschigorodowo 1778-83 die Erzengel Michael Kirche errichtet. Die Brüder Jurjew, die Eigentümer des Anwesens Podschigorodowo, beauftragten den Architekten Wasili Baschenow, eine Kirche im neogotischen Stil zu bauen. Ursprünglich war die Fassade rot und weiß – Ziegelstein und weißer Stein, aber 1906 wurde sie weiß angestrichen. In der oberen Sommerkirche blieben Fresken und die Rahmen der Ikonenwände erhalten. In der Sowjetzeit wurde die Kirche als Futterlager verwendet.

In Kolomna steht im Nowogolutwin-Kloster die Maria-Schutz-und-Fürbitte-Kirche. Dieses Frauenkloster steht auf dem Territorium des Kremls. Es wurde erst im 19. Jahrhundert gegründet, ist also im Vergleich zu den anderen Klöstern Kolomnas noch ziemlich jung. Das interessanteste Gebäude des Kremls ist die Kirche, die bereits im 17. Jahrhundert gebaut wurde. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts beschäftigte sich Matwej Kasakow mit dem Umbau des Kremls, das betraf auch die Maria-Schutz-und-Fürbitte-Kirche. Sie wurde im neogotischen Stil restauriert.

In der Nähe der Stadt unweit des Anwesens Tscherkisowo in Starki befindet sich die Nikolaus-der-Wundertäter-Kirche aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Sie wurde 1763 geweiht und in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts im neogotischen Stil umgebaut. Neben der Kirche steht ein schlanker Glockenturm.

Die Neu-Nikolaj-Kirche im Moschaisker Kreml ist nicht zu übersehen, sie steht auf einem Hügel.
Die Kirche wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts anstelle des Nikolaus-Tores errichtet. Wie viele andere russische pseudogotische Gebäude weist sie Freimaurer-Symbolik auf. In Sowjetzeiten wurde sie zur Trikotagenfabrik umfunktioniert.

In Zarjowo im Bezirk Puschkinskij steht die Nikolaus-der-Wundertäter-Kirche von 1812. Sie weist seltene Friese auf, auf denen Szenen aus dem Evangelium dargestellt wurden. Die Kirche wurde von Schülern der bedeutenden Architekten Wasili Baschenow und Matwej Kasakow errichtet. Auf dem viereckigen Grundbau und einer großen Rotonde erheben sich eine Kuppel und ein Oktogon als Turmgeschoss, auf dem sich anstelle der Kuppeln fünf Turmhelme erheben. Ursprünglich waren sie alle mit Kreuzen versehen, doch nur das Kreuz auf dem zentralen Turm hat die Zeit überdauert. Auch die Rotonde ist mit kleinen Turmhelmen verziert. Außerdem gibt es einen kleinen Glockenturm, der wiederum mit Spitzen und Kreuzen ausgestattet ist.
Innen ist die Kirche von bemerkenswerter Größe. Der alte Ikonostas mit schönen Schnitzereien und Ikonen und auch die Fresken an den Wänden konnten erhalten werden, denn auch in der Sowjetzeit war die Kirche fast nie geschlossen.

An der A 102 gegenüber vom ehemaligen Flughafen Bykowo fristet ein großes Anwesen gleichen Namens ein kümmerliches Dasein. Versteckt in einem zugewachsenen Park mit Teichen steht auf einem Hügel ein palastartiges Gebäude. In Sowjetzeiten war dort ein TBC- Sanatorium untergebracht. Das Anwesen stammt aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts und gehörte dem damaligen Generalgouverneur von Moskau. Allerdings wurde es im 19. Jahrhundert neu errichtet. Schade, dass es nicht restauriert und genutzt wird.

Besser geht es dagegen der Wladimir-Kirche am anderen Ende des Parks. Ihre ungewöhnliche Architektur erstaunt. Ende des 18. Jahrhunderts wurde sie von Wasili Baschenow im damals modernen pseudogotischen Stil projektiert – kleine gotische Türmchen, gotische Fensterformen, sehr untypisch für russische Kirchen. Sie ist eher einem Märchenschloss ähnlich als einer Kirche. Der einzeln stehende Glockenturm kam 1830 dazu. Unten befindet sich die Winterkirche. Zur Sommerkirche führt eine breite geschwungene Treppe nach oben.

Das Anwesen in Wasiljewskoje hat inzwischen vor allem bei Fotoliebhabern Kultstatus. Das Haupthaus im englischen viktorianischen neogotischen Stil ist gar nicht schlecht erhalten. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde am Moskwa-Ufer mit dem Bau des Guts begonnen. Dazu gehörte ein Park mit exotischen Tieren und Pflanzen. In Sowjetzeiten wurden die prächtigen Möbel aus dem Anwesen entfernt und darin ein kardiologisches Sanatorium eingerichtet. Außerdem blieb die Panteleimon-Kirche (1915-17) erhalten. Der Architekt vereinte in ihr Züge der altrussischen Kirchenarchitektur und des Jugendstils.

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From → Architektur

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