Skip to content

Architekturmuseum

6. Mai 2014

archDas Architekturmuseum, das den Namen eines bedeutenden russischen Architekten und des ersten Direktors A. W. Schtschusew trägt, feiert in diesem Jahr seinen 80. Geburtstag.
Schon im 19. Jahrhundert kam die Idee der Schaffung eines solchen Museums auf. Doch es wurde erst 1934 gegründet. Vor allem Schtschusew kümmerte sich in den schwierigen Nachkriegsjahren um das kulturelle Erbe und förderte die Idee eines „Volksmuseums“, eines Ortes, an dem nicht nur das Vergangene gezeigt wird, sondern auch ein Blick in die Zukunft gewagt werden kann. Bereits unter Schtschusew wurden die Ergebnisse von Architekturwettbewerben in den Räumen des Museums öffentlich gemacht. Gegenwärtig erfährt diese Tradition dank des neuen Stadtarchitekten Sergej Kusnezow eine Neuauflage. Das betrifft beispielsweise die Modelle für den neuen Park Sarjadje an der Moskwa, die im Rahmen der wegweisenden Ausstellung „Offene Stadt. Die neue Politik der Moskauer Stadtentwicklung“ ausgestellt wurden.

Leider ist das Gebäude, das ehemalige Haus der Familie Talysin, das zwischen 1734 und 1787 errichtet wurde, in einem mehr oder weniger beklagenswerten Zustand. Besonders gelitten hat das Gebäude durch den Ausbau der Metrolinie Filowskaja direkt unter dem Museum.
Neben der Organisation von Ausstellungen wird hier auch wissenschaftliche Arbeit geleistet und die Restaurierung von Architekturdenkmälern unterstützt. Außerdem werden von Zeit zu Zeit interessante Vorträge gehalten. Die Sammlung umfasst mehr als eine Million Einzelstücke, die über die russische Architektur Zeugnis ablegen. Jedoch hatte das Museum selbst zu wenig Platz und Möglichkeiten, alles der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das soll sich in diesem Jahr ändern.
Auf dem Territorium des ehemaligen Anwesens der Talysins soll unter freiem Himmel ein Skulpturengarten eingerichtet werden. Eine ständige Ausstellung soll in der zweiten Jahreshälfte in der bisher nicht genutzten Enfilade organisiert werden. Im Flügel „Ruina“ werden bisher im Lager aufbewahrte Steinstücke ausgestellt. Am 10. September wird eine Ausstellung eröffnet, die die Olympische Architektur in Sotschi zum Thema haben wird. Eine weitere Exposition wird einem sehr ambitionierten Projekt der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts, der Idee einer „idealen Stadt“, in diesem Fall geht es um Togliatti, gewidmet sein. Im November werden Beispiele sowjetischer Architektur gezeigt. Mit Kunst im öffentlichen Raum beschäftigt sich im Herbst eine Exposition im Flügel Ruina. In der Schau „Das Haus“ geht es um die Entwicklung des Wohnungsbaus in den letzten hundert Jahren.
melnikovIm Jubiläumsjahr erhält das Museum eine Filiale – das Staatliche Museum Konstantin und Wiktor Melnikow, das das originelle konstruktivistische Wohnhaus in der Kriwoarbatskij Gasse am Alten Arbat sowie eine Ausstellung zusammenbringen wird. Noch gibt es Diskussionen um die Eigentumsverhältnisse, doch die Direktorin des Architekturmuseums ist der Meinung, dass nur die Schaffung eines staatlichen Museums das Haus der Architekten vor dem völligen Verfall bewahren wird.

 

Advertisements

From → Museen

Schreibe einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: