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Zehn bedeutende Kirchen für die Osternacht

5. April 2014

Wer in Moskau lebt, sollte auch einmal ein orthodoxes Osterfest erleben. Näheres unter https://moskultinfo.wordpress.com/2013/11/26/ostern-2/ und https://moskultinfo.wordpress.com/2013/11/21/ostern/.
In den nachfolgenden Kirchen wird die Osternacht zu einem besonderen Ereignis.
Die Christi Erlöser Kirche wurde als Dank an Gott für die Hilfe im Vaterländischen Krieg 1812 erbaut und am 26. Mai 1883 geweiht. Regelmäßig fanden Gottesdienste statt. 1931 wurde die Kirche gesprengt. Hier sollte Platz geschaffen werden für den Palast der Sowjets, doch letztlich wurde dort ein Schwimmbad gebaut. In den neunziger Jahren wurde die Kirche wieder aufgebaut, sie ist das größte russisch-orthodoxe Gotteshaus, in ihr können bis zu 10 000 Gläubige am Gottesdienst teilnehmen.
Die Epiphanien-Kathedrale in Jelochowo, ul. Spartakowskaja 15, Metro Baumanskaja, war bis 1991 die Hauptkathedrale des Moskauer Patriarchats. Sie wurde zu Beginn des 18. Jahrhunderts anstelle der vorigen Holzkirche errichtet. Sie war in der Sowjetzeit nicht geschlossen. Hier wurde 1799 Puschkin getauft.
Die Kirche der Heiligen Tatjana, der Märtyrerin ist die Hauskirche der Universität. Sie ist im rechten Flügel des alten Universitätsgebäudes gelegen, ul. Bolschaja Nikitskaja 1, Metro Biblioteka im. Lenina. Vor der Revolution nahmen dort die Professoren der Universität und viele Schriftsteller und Künstler an den Gottesdiensten teil. Hier fanden die Trauerfeiern für Gogol, Pogodin und andere statt. Der Direktor des Puschkinmuseums, Zwetajew, ließ hier seine beiden Töchter taufen. Nach der Revolution wurde die Kirche geschlossen und der Ikonostas auf dem Hof verbrannt. In die Räumlichkeiten zogen ein Parteikomitee, ein Klub und ein Theater ein. Heute nutzen vor allem Studenten und die Moskauer Intelligenz die Kirche.
Die Kirche der Gottesmutterikone „Aller bedrängten Freude“, ul. Bolschaja Ordynka 20, Metro Tretjakowskaja, wurde 1834-36 im Empirestil gebaut. Während des Zweiten Weltkriegs wurden hier viele Kunstwerke aus der Tretjakowgalerie aufbewahrt.
Die Sophienkirche befindet sich am Sophienufer 32, Metro Nowokusnetzkaja, direkt gegenüber vom Kreml. Sie wurde Mitte des 17. Jahrhunderts errichtet, Mitte des 19. Jahrhunderts kam der Glockenturm im russisch-byzantinischen Stil am Ufer dazu. Eine Bombe zerstörte die Kirche stark. Doch nun ist sie restauriert und gehört wieder der orthodoxen Kirche.
Die Himmelfahrtskirche, ul. Bolschaja Nikitskaja 36, Metro Puschkinskaja, war im 19. Jahrhundert die bevorzugte Kirche der Moskauer Intelligenz. Hier heirateten 1831 Puschkin und Gontscharowa. Der Legende nach sang dort Fjodor Schaljapin während der Hochzeit seiner Tochter.
Die Kirche des Propheten Ilja, 2. Obydenskij Gasse 6, Metro Kropotkinskaja, ist sehenswert. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde sie im Stil des Moskauer Barock errichtet. Der Ikonostas aus dieser Zeit sowie Ikonen aus dem 17. Jahrhundert sind erhalten. Während der Sowjetzeit und des Krieges wurden dort Ikonen aus anderen Kirchen aufbewahrt.
Ein Denkmal des Peter-Barock ist die Kirche Johannes des Kriegers, ul. Bolschaja Jakimanka 46, Metro Oktjabrskaja. Sie wurde zu Beginn des 18. Jahrhunderts, also zur Zeit der Herrschaft Peters I. gebaut. Auch diese Kirche blieb immer geöffnet und diente anderen Ikonen als Aufbewahrungsort.
In der Kirche St. Martin der Bekenner, ul. Solshenizyna 15, Metro Taganskaja, wurde der erste Gottesdienst nach dem Krieg 1812 durchgeführt. Sie stellt eins der besten Beispiele des russischen Klassizismus dar.

Simone Hillmann

From → Religion

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