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Das Paschkow-Haus

16. November 2013

Am äußersten Ende der ul. Mochowaja erhebt sich auf einem Hügel gegenüber vom Kreml ein beeindruckender Palast aus weißem Stein. Das Haus der Familie Paschkow gehört zu den schönsten und berühmtesten klassizistischen Bauten in Moskau. Es wurde auf Wunsch von Petr Paschkow, dem Sohn eines Offiziersburschen von Peter I., zwischen 1784 und 1786 als sein Wohnhaus konzipiert. Der Architekt, am ehesten war es wohl Wasilij Baschenov, ist nicht mehr hundertprozentig festzustellen, da alle Archivmaterialien verbrannt sind. Das Paschkow-Haus ist der erste Profanbau, bei dem man sich beim Betrachten des Kremls nicht den Kopf verrenken musste, sondern einfach aus den Fenstern von oben draufschauen konnte.Die Moskauer nannten es das „Zauberschloss auf dem Hügel“. Früher gab es hier Wintergärten und im Anwesen einen großen Garten mit allerlei freilaufendem Getier. Während des Feuers 1812 erlitt das Gebäude großen Schaden. 1839 erwarb die Stadt das wieder aufgebaute Haus von den verarmten Paschkows. Ein Adelsinstitut zog ein, später folgte ein Gymnasium.In dieser Zeit sammelte Graf Rumjanzew-Sadunajskij in Sankt Petersburg verschiedene Bilder und andere Kunstgegenstände. Da die  Petersburger Stadtväter die Kollektion nicht erhalten wollten, entschieden die Moskauer, dass die Sammlung bei ihnen gut aufgehoben wäre. Außerdem fehlte in Moskau schon lange eine öffentliche Bibliothek. 1862 öffnete schließlich das Paschkow-Haus, nunmehr ein allen zugängliches Museum, seine Türen. Den Grundstock bildeten die Kunstexponate der Moskauer Universität. Im gleichen Jahr wurde die Rumjanzew-Bibliothek eingerichtet. Einer ihrer treuesten Leser war Lew Tolstoi. Ab 1925 beherbergte das Haus Bereiche der Lenin-Bibliothek. Heute ist das Paschkow-Haus Teil der Russischen Staatsbibliothek. Hier haben drei Abteilungen ihren Sitz: die Handschriftenabteilung, die Notenabteilung und die kartografische Abteilung. Aufgrund zahlreicher Sanierungen veränderte sich das Innere des Hauses. In den Lesesälen lässt sich bestimmt gut arbeiten. Im heutigen Ausstellungszentrum, das einem Ballsaal gleicht, befand sich der erste Lesesaal der damaligen Rumjanzew-Bibliothek. Nach zwanzigjährigem Leerstand und Rekonstruktion steht das Haus den Lesern seit 2007 wieder zur Verfügung.

 

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