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Tom Rob Smith, Agent 6

20. Oktober 2013

In drei Romanen schildert der Brite das Leben des Geheimdienstmannes Leo Demidow. Eine Kindheit zu Hungerzeiten im ländlichen Russland der 1929/30er Jahre, der Große Vaterländische Krieg, der Terror des Stalin-Regimes, Okkupation und Krieg in Afghanistan sind Stationen von Leos Leidens- und Lebensweg. Kind 44, Kolyma und Agent 6 – so sind die deutschen Ausgaben betitelt. Das 44. Opfer eines Kindermörders ist der Anfang vom Ende seiner Geheimdiensttätigkeit; Chruschtschows »Geheimrede« auf dem Parteitag der KPdSU 1956 und deren Folgen konfrontieren Leo mit seiner längst abgeschlossen geglaubten Vergangenheit; die Missetaten von Agent 6 treiben ihn endgültig in den Untergang. Das dritte Buch beginnt mit einem Rückblick in das Jahr 1950. Der schwarze Musiker und Bürgerrechtler Jesse Austin erfreut sich bei der schwarzen Bevölkerung der USA großer Beliebtheit, wird als Kommunist bezeichnet, zumal er kein Hehl aus seiner Sympathie für das Sowjetsystem macht. Austins Besuch in Moskau wird von den dortigen Kommunisten als große Propaganda-Veranstaltung geplant. Doch Austin lässt sich nicht so schnell vereinnahmen und geht seine eigenen Wege. Dabei lernt er den jungen Geheimdienst-Offizier Leo Demidow und dessen zukünftige Frau Raisa kennen.

Fünfzehn Jahre später. Völlig mittellos und verbittert lebt Austin mit seiner Frau in einer Sozialwohnung in Harlem. Die Demidows in Moskau haben in der Zwischenzeit geheiratet und zwei Mädchen adoptiert. Aus dem obrigkeitshörigen Leo ist nach seinem Ausstieg aus dem KGB und einer Stippvisite bei der Mordkommission ein einfacher Lagerverwalter geworden. Raisa, die etwas schüchterne Lehrerin von einst hat sich zu einer engagierten Schulleiterin entwickelt. Als ein Zeichen der Völkerverständigung hat sie ein Gemeinschaftskonzert amerikanischer und sowjetischer Schüler, unter ihnen auch ihre beiden Töchter, am UN-Hauptsitz in New York organisiert. Während einer Rede von Austin kommt es zu einer Auseinandersetzung mit mehreren Toten, unter ihnen Raisa. Leo versucht, den Schuldigen zu finden. Bei dem Versuch eines illegalen Grenzübertritts wird er gestellt und nach Afghanistan strafversetzt. Jahre der Hoffnungslosigkeit beginnen. Sein Job erscheint ihm sinnlos, die meiste Zeit dröhnt er sich mit dem dort leicht zugänglichen Opium zu.

Erst als er unmittelbar mit dem Leid der Bevölkerung konfrontiert wird, kommt wieder Leben in seinen abgestumpften Geist. Die Herausforderung, das Leben einer jungen Frau und eines kleinen Mädchens retten zu können, haben ihn erstarken lassen, weil er auch durch die Befreiung der beiden seinem großen Ziel, nach New York zu kommen, näherkommt.

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From → Buchtipps

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