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Aktuelle Ausgabe

MKI Oktober 2020

Stadtspaziergänge

Abseits der breiten Magistralen und allseits bekannten Sehenswürdigkeiten lädt das historische, typisch russische Moskau ein, entdeckt und erkundet zu werden. In dieser lauten und hektischen Stadt gibt es charmante, oftmals versteckte und gemütliche Ecken, meine kleinen Besonderheiten, die ich Ihnen im Rahmen einer individuellen Exkursion gern zeigen möchte.
Wer also nicht nur den Roten Platz kennenlernen will, ist hier genau richtig.

Momentan sind Touren nur für kleine Gruppen mit maximal 5 Teilnehmern möglich.

NEU!
In den vergangenen Monaten habe ich neue interessante Touren vorbereitet und getestet, auf denen man das mehr oder weniger unbekannte Moskau kennen lernen kann,
beispielsweise durch die Gassen am Alten und Neuen Arbat,
auf einem der Hügel Moskaus nördlich der Metro Taganskaya,
zu ehemaligen Webereien in der Moskwa-Schleife im Bezirk Chamovniki, zwischen den Metrostationen Park Kultury und Sportivnaya,
zur Timirjasew-Landwirtschafts-Akademie mit nicht nur konstruktivistischen Gebäuden und
einen Teil der ersten Station des Pilgerwegs nach Sergejew Posad durch den Park an der Jausa.

Gern organisiere ich auch Nordic Walking Touren durch das Moskauer Grün.

Im Deutschlandjahr in Russland, das Ende September begonnen hat, werden wir deutsche Spuren in Moskau suchen und uns mit dem Wirken von Kaufleuten, Pädagogen, Unternehmern, Apothekern und Architekten deutscher Abstammung bekanntmachen. Zu ihnen gehören beispielsweise Franz Schechtel, der ein Architekt nicht nur des Jugendstils war, der Schokoladenfabrikant Theodor von Einem, der Unternehmer Ludwig Knoop oder der erste Postdirektor in Moskau Thomas Fademrecht.

Viele weitere Stadtspaziergänge in Moskaus Zentrum und auch außerhalb finden Sie unter
https://simonehillmann.wordpress.com/spaziergaenge-durch-moskau-und-mehr/ veröffentlicht.

Bitte melden Sie sich unter E-Mail: simonehillmann@web.de oder per Telefon: +7 915 242 3679
und wir finden gemeinsam Thema und Termin für einen Spaziergang.

Ihre Simone Hillmann

Programm «Oktober 2020» – stage4russia

Am 14. Oktober begeht man in Russland das Fest «Maria Schutz- und Fürbitte». Laut Überlieferungen treffen sich Herbst und Winter an diesem Tag. Und der erste Schnee bedeckt bereits die Erde, als Erinnerung daran, wie Maria im 10. Jahrhundert in Blachernae (ehemalige Vorstadt von Konstantinopel) mit ihrem Gewand Menschen vor den Feinden geschützt hat. An diesem Tag riecht man den ersten Schnee, Schneeflöckchen tanzen in der Luft. Womit kann man in Moskau in dieser Zeit aufwarten?

Private Stadtrundfahrten – auf Anfrage
Sind Sie in Moskau neu oder haben sich noch nie die Zeit für eine ausgiebige Stadtrundfahrt genommen? Jetzt wäre die ideale Zeit dafür. Der beste und schnellste Weg, um einen Überblick über die Metropole mit ihren lebendigen Straßen und Plätzen und vielen ruhigen Oasen zu gewinnen, ist eine Stadtrundfahrt.

Die Tretjakow-Gemälde-Galerie ist wieder im Rahmen von Führungen (geführten Touren) zu besichtigen.

«Auf den Spuren von Leo Tolstoi und Ilja Repin» am Samstag, 17. Oktober, um 11 Uhr
gemeinsamer Spaziergang im Stadtteil zwischen Metro Smolenskaja und Park Kultury. Ein Maler und ein Schriftsteller, 15 Jahre auseinander, bummelten durch die Stadt, wo man laut Repin „das russische Volk und die russische Geschichte spürt, im Unterschied zum europäischen Petersburg“. (Gruppenführung / Deutsch)

«Auf den Spuren der Zaren» in der Naturschutz- und Parkanlage Kolomenskoje am Samstag, 31. Oktober um 11 Uhr: vier U-Bahn-Stationen vom Roten Platz mit der grünen Linie und Sie erfahren eine andere Welt. Denn die ehemalige Sommerresidenz, Datscha der russischen Zaren im 17. Jahrhundert ist zu jeder Jahreszeit attraktiv: 400jährige Eichen, Apfelgarten, zahlreiche hölzerne Bauten und die erste steinerne Zeltdach-Kirche, gebaut anlässlich der Geburt des Iwan des Schrecklichen. Zuerst besichtigen wir den 2010 wiederaufgebauten hölzernen Zaren-Palast, mit den nach der Mode des 17. Jahrhunderts verzierten Empfangssälen und der Zaren-Banja (Sauna). Danach gehen wir zu Fuß circa 20 Minuten zum alten Teil des Parks. (Gruppenführung / Deutsch)

Für die angeführten Touren melden Sie sich bitte per E-Mail info@stage4russia.ru oder
WhatsApp: +7 926 229 10 61 an.
Wir schicken Ihnen dann den genauen Verlauf der Tour und die allgemeinen Informationen wie Treff-punkt etc.

Weiter planen und organisieren wir für Sie gerne Führungen in Moskau sowie Ausflüge in die Moskauer Umgebung (mit oder ohne Reiseleitung).

Einige Inspirationen finden Sie unter: http://www.stage4russia.ru – der Garant für einen erlebnisreichen Auf-enthalt in unserer Stadt.

Olga Varlamova & das Team

Kurzmitteilung

Aktuelle Veranstaltungen

Museen, Theater, Konzertsäle

In der Alten Tretjakowgalerie
Lawruschinski pereulok 10, Metro Tretyakovskaya
Im Vorgefühl des 20. Jahrhunderts
Bis zum 15. November werden in der Alten Tretjakowka Werke von Serow, Repin, Wasnetzow und anderen russischen Malern gezeigt. Weiterlesen …

Moskauer Holzhäuser, Teil 5 Holzhäuser im Zentrum der russischen Hauptstadt

Mit jedem Jahr werden es weniger – die kleinen und zum Teil sehr schönen Holzhäuser begegnen uns in Moskau nur noch selten, ungefähr 150 aus dem 18. und 19. Jahrhundert soll es noch geben.
Doch sie gehören zur Geschichte der russischen Hauptstadt, lange Jahrhunderte über bestand Moskau nur aus Holzgebäuden, selbst der erste Kreml wurde aus Holz gebaut.
Im heutigen Beitrag geht es um einige Holzvillen im Zentrum der Hauptstadt.

Haus von Sytin, Sytinskij Gasse 5
Das Gebäude wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts errichtet und gehörte dem Korporal des Ismajlow-Regiments Andrej Sytin, der der Gasse auch seinen Namen gab. Zu Beginn der 2000er nahm die Organisation Archnadsor die Villa in die Liste der zehn am meisten heruntergekommenen Gebäude Moskaus auf.
Das Haus ist reich verziert, sogar die Säulen an der zentralen Fassade und der Stuck sind aus Holz. Die klassizistische Komposition des Hauses ist typisch für das Ende des 18. Jahrhunderts, glücklicherweise blieb das Gebäude vom Feuer 1812 verschont. 2010 wurde das Haus an eine Bank vermietet mit der Auflage, innerhalb von drei Jahren das Gebäude zu restaurieren. Das ist inzwischen passiert. Weiterlesen …

Ljublino – ein unbekannter Park im Südosten Moskaus

Ein reicher Kaufmann erwarb im 18. Jahrhundert das Anwesen in Ljublino und ließ es vollständig um-bauen. Es wurde wie durch ein Wunder vom großen Feuer 1812 verschont. Im Erdgeschoss befinden sich prächtige Säle – der zentrale Runde Saal, der Marmor- und der Rosa Saal, in dem kleine Konzerte stattfinden können. Programm unter http://www.mgomz.ru/lublino.
In den Räumen der oberen Etagen werden Ausstellungen gezeigt.
In unmittelbarer Nähe des Palasts wurde ein Theater errichtet, in dem eine der größten und professionellsten Truppen aus leibeigenen Schauspielern agierte. Nur die Theaterschule steht heute noch.
Rings um das Anwesen wurde ein Park angelegt, der auch heute noch zum Spazierengehen einlädt.

Deutschlandjahr in Russland 2020/2021 – Friedrich Haas – Moskauer Orte

Der berühmte russische Arzt deutscher Abstammung wäre in diesem Jahr 240 Jahre alt geworden. Die Deutsche Schule Moskau trägt seinen Namen, eine Straße an der Metro Jugo-Sapadnaja wurde ebenfalls nach ihm benannt.
Der „heilige Doktor“, wie ihn die Russen liebevoll nennen, beeindruckte bereits in jungen Jahren mit seinem Fleiß und Wissen und wurde 1806 nach dem Abschluss der Medizinischen Kurse in Wien zum Dienst nach Moskau eingeladen. Hier betrieb er zunächst eine eigene Praxis, später wurde er zum Oberarzt im Pavlov-Krankenhaus berufen. Tag und Nacht behandelte er Patienten, niemand wurde abgewiesen. Weiterlesen …

Pokrowskij (Maria-Schutz-und-Fürbitte) Kloster in Moskau

Das Pokrowski-Frauenkloster steht, umgeben von hohen Neubauten, in der ul. Taganskaja 58. Es wurde in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts von Zar Michail Fjodorov in Gedenken an den Patriarchen Filaret gegründet. Die erste steinerne Kirche auf dem ehemaligen Friedhof für Arme und Obdachlose war die Maria-Schutz-und-Fürbitte-Kirche. Im 18. Jahrhundert folgen der dreißig Meter hohe Glockenturm und die Auferstehungskirche. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde die Matrona-Moskowskaja-Kirche errichtet, dort befinden sich die Ikone sowie Reliquien der Wunderheilerin. Matrona wurde blind geboren, allerdings mit der Gabe in die Zukunft sehen und heilen zu können.
In der Sowjetzeit wurde ein Teil der Gebäude als Wohnheim für die Angestellten des Straßenbahndepots genutzt. Der Friedhof wurde eingeebnet – dort befindet sich nunmehr der Taganskij Park. Erst 1994 konnten wieder Nonnen in das Kloster einziehen.
Das Pokrowskij-Frauenkloster nimmt eine besondere Stellung unter den Moskauer Klöstern ein. Vor den Reliquien bilden sich jeden Tag lange Schlangen von Pilgern, die den Schutz Matronas erbitten.
Auch wenn das Kloster relativ klein ist, auf dem Gelände ist alles zu finden, was Pilger und Gläubige benötigen – eine Klosterkantine, eine Quelle mit heiligem Wasser, sogar ein Hotel wurde errichtet.

Kirchen verschiedener christlicher Konfessionen in Moskau

In der fast zweitausendjährigen Geschichte des Christentums hat sich aus unterschiedlichsten Gründen eine breitgefächerte Vielfalt von Konfessionen herausgebildet – viele von ihnen haben in dem Schmelztiegel Moskau mit eigener Kirche einen Platz für ihre Gläubigen gefunden. Wir wollen auf Erkundung gehen und deren Besonderheiten erfahren. In 8 Folgen werden wir die jeweiligen historischen Zusammenhänge umreißen und uns vor Ort umschauen.

Russische Orthodoxe Kirche (4/8)
Die Christianisierung der Kiewer Rus begann 988 mit der Taufe des Großfürsten Wladimir I., der sich damit Herrschaftsstellung und Prestigegewinn sicher wollte. Die ersten Metropoliten kamen aus Griechenland und dem Konstantinopeler Patriarchat unterstellt, ihr Sitz war zunächst Kiew, nach dem Mongoleneinfall ab 1299 Wladimir und dann 1325 Moskau. Erst kurz vor Einnahme Konstantinopels durch die Osmanen bestimmte die Synode der russischen Bischöfe (mutig geworden) eigenständig 1448 einen russischen Bischof zum „Metropoliten von Kiew und ganz Russland“. Es sollten nochmals reichliche 150 Jahre vergehen, bis auf dem durch Iwan III., Wassili III. und Iwan dem Schrecklichen gefestigten Russischen Reich Fjodor I. den ersten Patriarchen des nunmehr Moskauer Patriarchats bestätigen konnte. Weiterlesen …

Gemächer in der Gerber-Siedlung

Die Siedlung der Gerber formierte sich in Moskau im 16. Jahrhundert. Die Gemächer in der ul. Koshe-vnitscheskaja 19, str. 6, die wir rein zufällig beim Radfahren entdeckt haben, sind wohl das älteste Bauwerk dort. Sie werden dem Ende des 17. Jahrhunderts zugerechnet. Für sich genommen sieht das Haus aus wie ein Würfel mit einem Dach und den für die altrussische Architektur charakteristischen hohen schlanken Schornsteinen. Auch die schmalen, kleinen Fenster mit den Umrahmungen aus weißem Stein sowie die Säulen an den Gebäudeecken sind typisch für die damalige Zeit. Weiterlesen …