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Radfahren in Moskau?

Am 1. Juli findet von 11 bis 17 Uhr in der Deutschen Botschaft ein Fahrradtag statt.

Ballett

Vom 1. Juni bis zum 15. Juli werden im Großen Staatlichen Kremlpalast viele Aufführungen stattfinden.
http://kremlinpalace.org/ru/content/kremlyovskie-sezony

Die Reliquien des Heiligen Nikolaus

Bis zum 28. Juli werden in der Christi Erlöser Kirche Reliquien des Nikolaus gezeigt, die in Bari, einer süditalienischen Stadt, aufbewahrt werden. Angeblich raubten süditalienische Kaufleute vor der Eroberung der Stadt Myra durch seldschukische Truppen 1087 die angeblichen Gebeine aus der Grabstätte in der heute noch existierenden St. Nikolaus Kirche in Demre und verbrachten die Reliquien nach Bari, heute in der Basilica San Nicola.
Nikolaus gehört zu den bedeutendsten Heiligenfiguren des Christentums. Nach dem Tod des wundertätigen Bischofs von Myra am 6. Dezember 343 entstand sein Kult in der Ostkirche. Er zählte zu den 14 Nothelfern und es entstanden zahlreiche Legenden um den berühmten Heiligen. Nikolaus war nicht nur Schutzpatron der unschuldig Gefangenen und zum Tode Verurteilten, er wurde zum Schutzheiligen der Bäcker und Kornhändler, Seeleute erflehten seinen Beistand, und er setzte sich für das Volk gegen die staatliche Macht durch.
Schon im 6. Jahrhundert hat Kaiser Justinian zu Ehren des Nikolaus von Myra eine Kirche in Konstantinopel bauen lassen. Von hier breitete sich der Nikolauskult dann auch in die slawischen Länder aus. Die größte Popularität genoss Nikolaus in Russland, wo man ihn zum Patron des russischen Volkes erhob und sogar zum Beschützer der Schnapsbrenner machte. Noch heute heißt das russische Wort „sich betrinken“ – abgeleitet vom Namen Nikolaus – „nikolitjsja“.

Termine und Veranstaltungen

Ausstellungen und Festivals

Peresagruska – Neuauflage
Bis zum 17. Dezember werden in der Neuen Tretjakowgalerie, ul. Krymsky Wal 10, mehr als 200 Arbeiten aus der Zeit zwischen 1960 und 2000 gezeigt, die Hälfte davon erstmals nach einem langen Restaurierungsprozess. Die Sammlung der Tretjakowgalerie an moderner Kunst umfasst mehr als 5000 Werke und demonstriert die Vielfalt der künstlerischen Richtungen dieser Zeit.

Park der Geschichte Russlands
Wer sich näher mit der Entstehung und Entwicklung Russlands auseinandersetzen möchte, ist im Pavillon 57 auf der WDNCh genau richtig. Drei Ausstellungen zeigen gegenwärtig von Dienstag bis Sonntag die Geschichte Russlands bis 1945 – Die Epoche der Rurikiden, Die Epoche der Romanows und die Geschichte von 1917 bis zum Ende des Großen Vaterländischen Krieges. Die vierte Exposition – die Geschichte von 1945 bis zum Jahr 2000 – wird 2017 auf der WDNCh eröffnet.
Die Ausstellung veranschaulicht sehr ausdrucksvoll mit interaktiven Bildern, Mediabüchern und Filmen sowie vielen Texten und auch auf Englisch (es gibt zusammenfassende Texte auf Englisch, die Filme laufen mit englischen Untertiteln und einen Audioguide gibt es in englischer Sprache), wer welchen Einfluss auf das Russische Reich hatte, welche Kriege geführt wurden, welche Feinde Russland hatte usw. Interessant ist dabei, welches Geschichtsbild vermittelt wird – auch gerade deswegen, weil wir in Deutschland solche propagandistischen Geschichtsshows seit siebzig Jahren nicht mehr kennen.
Weitere Informationen unter http://vdnh.ru/events/vystavki/obrazovatelno-vystavochnyy-kompleks-rossiya-moya-istoriya-/. Weiterlesen …

Sommer in den Parks

Obwohl sich das sommerliche Wetter in diesem Jahr viel Zeit lässt, bereiten sich die Moskauer Parks bereits intensiv auf die warme Jahreszeit vor. Mehr als 250 Fahrradausleihstationen, 250 Sportplätze, 8 Freiluftkinos, 60 Tanz- und Konzertplätze, 12 Skateparks und 27 Erholungsmöglichkeiten am Wasser wird es insgesamt geben.

Gorkipark und Museon
Die Besucher erwartet ein umfangreiches Sport- und Bildungsprogramm. Am Kino Pioner und neben der Andreyevski Brücke kann man tanzen lernen, von historisch bis modern. Auf der Holzterrasse am Zentralen Haus des Künstlers führt eine russische Meisterin der künstlerischen Sportgymnastik Stretching-Kurse durch. Dienstags ab 8.30 Uhr und freitags ab 7.30 Uhr werden Laufkurse angeboten. Das neue Sportzentrum Nike+ bietet Fußball- und Volleyballplätze, einen Laufclub, einen Saal für Multifunktionstraining. Die Firma Quicksilver startet eine Serie von kostenlosen Trainings Go Longboard. Der Skatepark von Vans wurde erneuert. Auf dem Pionerski Prud kann man SUP-Yoga austesten – Yoga auf dem Brett. Auszuleihen sind nicht nur Fahrräder, sondern auch Inliner, Roller, Skateboards, auf dem Pionerski Prud auch Boote und Tretboote.
Wer sich bilden will, ist im Gorkipark richtig – hier kann man Sprachen lernen, Workshops für Malerei, Fotografie und Singen besuchen, Vorträge zu allen möglichen Themen hören. Weiterlesen …

Sonnenuhren in Moskau

Lange wurde angenommen, dass die ersten Sonnenuhren in Russland im 15. Jahrhundert erschienen. Doch bei Restaurierungsarbeiten an der Erlöser-Kirche in Tschernigov wurde am Turm eine zylindri-sche Sonnenuhr entdeckt, die auf das 11. Jahrhundert datiert wurde.

In der russischen Hauptstadt gibt es mehrere Sonnenuhren. Viele wurden bereits zwischen dem
17. und 19. Jahrhundert angebracht, die modernste hängt am Gebäude der russisch-litauischen Schule in der Gospitalnyj Gasse 3, das erst vor einigen Jahren gebaut wurde. Weiterlesen …

Die Kirchen der russisch-orthodoxen Gemeinde des FSB

Es ist in der russischen Orthodoxie durchaus Brauch, dass die Kirchenorganisation auch in privaten Kirchengebäuden tätig ist. Eine deutlich sichtbare Privatkirche, die nicht zugänglich ist, sehen wir z. B. auf der linken Seite am Anfang des Prospekts Mira. So können auch Organisationen oder staatliche Einrichtungen „ihre“ Kirche haben. Für den ausländischen Betrachter mutet es seltsam an, wenn die Nachfolgeorganisation von Tscheka/NKWD/KGB, die bekanntlich für die massenhaften Morde an Priestern der orthodoxen Kirche verantwortlich sind, nun auch „eigene“ Kirchen haben. Weiterlesen …

Meschtscherskoje osero

Die kleine, aber populäre Oase im Südwesten Moskaus lädt alljährlich zum Baden und Sonnen ein.
Der Meschtscherskoje See ist fast 600 m lang und ungefähr 210 m breit. Er stößt an den gleichnamigen Park, in dem sich auch Kinderspielplätze befinden. Das Betreten des Sandstrandes ist kostenlos. In der Nähe kann auch geparkt werden, allerdings sind ab Mittag alle Parkplätze besetzt. Am Strand gibt es Umkleidekabinen, Bänke, einen Volleyballplatz. Essen kann man in einem kleinen Restaurant. Im Wald wurden Picknickplätze angelegt.
Zum See gelangt man mit der Metro bis zur Station Slawjanskij Bulvar und weiter mit der Marschrutka 753 oder von der Station Kiewskaya mit der Marschrutka 500.
In diesem Jahr soll der See noch verschönert werden – Stege sollen ins Wasser führen für die Badenden und Angler, Treppen und Strände werden angelegt. Spiel- und Sportplätze und ein Radwegenetz werden entstehen

Residenzen der Patriarchen und Metropoliten in Moskau

Der Patriarch ist das Kirchenoberhaupt der Russisch-Orthodoxen Kirche – wo aber wohnten die Patriarchen und wo kann man den jetzigen Patriarchen Kyrill I. treffen?
Mit der Christianisierung Russlands 988 war die Kirche dem Patriarchen von Konstantinopel unterstellt und wurde zunächst durch Exarchen und später durch Metropoliten in Kiew geführt. Nach dem Mongoleneinfall wurde der Sitz nach Wladimir und dann nach Moskau verlegt.
Noch vor der Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen 1453 und der Konsolidierung der Moskauer – und Abschüttlung der Tatarenherrschaft wurde bereits 1448 der Metropolit (noch von Kiew und ganz Russland) ohne Einverständnis von Konstantinopel bestellt. Aber erst mit den gewaltigen Expansionsergebnissen eines Iwan dem Schrecklichen einerseits und der Besetzung aller anderen orthodoxen Länder durch das osmanische Imperium wurde die Aufforderung des Mönchs Filofe an den Vater von Iwan IV., Wassili III. aktuell: Moskau sollte das dritte Rom werden.
Boris Godunov erzwang dann nach Iwans Tod 1589 die Zustimmung (durch Festsetzung des Konstantinopeler Patriarchen) zu einem Russischen Patriarchat und der geistig zurückgebliebener Zar Fjodor I: „genehmigte“ dann die Inthronisation des ersten Patriarchen Jove.
Das Kalkül war sehr durchsichtig: Konzentration der (orthodoxen) kirchlichen Macht in Moskau und möglichst nachfolgend auch Festigung und Erweiterung des Imperiums.

Peter I. ersetzte 1721 in seiner Kirchenreform das Patriarchat nach deutsch-lutherischem Vorbild durch eine Heilige Synode und stellte diese unter staatliche Kontrolle. Erst mit der Revolution 1905 formulierten sich weitreichende innerkirchliche Reformbestrebungen und im November 1917 wurde erneut ein Patriarch (der Dramatik der Zeit entsprechend per Losentscheid) gewählt. Tichon wurde alsbald verhaftet, in die Ljubjanka gebracht, wieder freigelassen und (vermutlich) 1925 vergiftet. Erst 1943 konnte (durch Stalin toleriert) wieder ein Patriarch gewählt und in der Jelochowo-Kathedrale inthronisiert werden – seit die wieder erbaute Christi-Erlöser-Kathedrale wieder die Hauptkirche der Russischen Orthodoxie ist, finden mit Kyrill beginnend die feierlichen Zeremonien dort statt. Weiterlesen …

Der Moskauer Plattenbau

In Moskau droht die zweite Abrisswelle der Fünfgeschosser, der sogenannten „Chruschtschowkas“. Achttausend Häuser sollen abgerissen und 1,6 Millionen Menschen umgesiedelt werden. Die Häuser, aus denen die Bewohner nicht ausziehen wollen, sollen stehenbleiben und einer kosmetischen Sanierung unterzogen werden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg fehlte es in der Sowjetunion überall an Wohnraum. Die städtische Bevölkerung drängte sich in den Kommunalwohnungen und in den fünfziger Jahren lebten darin ganze Fami-liengenerationen. Das Nachkriegsplakat illustriert, wie viel Platz in den Kommunalkas war – sehr wenig. Die allgemeinen Flure ließen einen Meter Platz zum Durchgehen, in allen Ecken standen Hausrat und andere Gegenstände der Bewohner. Jungverheiratete Paare hatten oft nicht einmal eine eigene Ecke im Zimmer, solch eine Situation wird im Musical „Moskwa-Tscherjomuschki“, die Musik dazu schrieb Dmitrij Schostakowitsch, aufgezeigt. Das Paar lebt noch getrennt, doch träumt es davon, bald eine Wohnung mit allem Komfort in einem neuen Haus zugeteilt zu bekommen.
Viele Menschen damals waren von der dekorativen und pompösen Stalinarchitektur begeistert und nun kam diese einfache Platte daher. Doch dekorativ und pompös war auch teuer und der Bau dauerte lan-ge. Und das Wohnungsproblem brannte buchstäblich auf den Nägeln. Eine schnelle und billige Lösung musste her und sie wurde gefunden.
Im Wissenschaftlichen Institut des Mosprojekts wurde unter Leitung von Witalij Lagutenko ein Typ Plattenbau entwickelt, der in neuen Wohnungsbaukombinaten am Fließband hergestellt werden konnte. Einzelne Ziegel wurden nicht mehr gefertigt, sondern Wände und sogar ganze Zimmer!
Erste Experimente mit Platten wurden bereits 1948 durchgeführt. Doch der Massenwohnungsbau vier- und fünfgeschossiger Gebäude begann erst Ende der fünfziger/Anfang der sechziger Jahre, nachdem das ZK der KPdSU 1957 das Gesetz zur „Entwicklung des Wohnungsbaus in der UdSSR“ verabschiedet hatte. Weiterlesen …